Die Zahl der rechtsextremistischen Gewalttaten im Land Brandenburg ist im vergangenen Jahr um fast 50 Prozent gestiegen. Während die Polizei im Jahr 2011 noch 36 Fälle rechtsextremistischer Gewalttaten verzeichnete, lag ihre Zahl am 10. Dezember 2012 bereits bei 53 Fällen. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage von SPD und Linkspartei zum Rechtsextremismus in Brandenburg hervor, die SPD-Generalsekretär Klaus Ness und die Sprecherin für Asyl- und Flüchtlingspolitik der Linksfraktion im Landtag, Bettina Fortunato, am Donnerstag in Potsdam vorstellten. "Es gibt einen bundesweiten Anstieg rechtsextremistischer Straftaten", so Ness in Potsdam.

Wie aus den Angaben weiter hervorgeht, ist die Lausitz klarer Schwerpunkt der Brandenburger Neonaziszene. "Vermehrt sind in den Städten Guben, Cottbus, Lübben und Senftenberg neonazistische Aktivitäten feststellbar", heißt es dort. Die Führungsaktivisten der inzwischen verbotenen Südbrandenburger Widerstandsbewegung seien weiter in der rechtsextremistischen Szene aktiv und eine "hochaggressive Truppe". Auch in der aktuellen Debatte um die Fanszene von Energie Cottbus spielten diese Personen eine Rolle. Besorgt äußerten sich Ness und Fortunato auch über die rechtsextremistische Musikszene sowie die Verbindungen zwischen Rechtsextremismus und Kampfsportlern .

Ein breites Bündnis verschiedener Aktionsgruppen plant am Freitag in Cottbus Demonstrationen, um einen NPD-Aufmarsch zu verhindert oder zumindest den Aktionsradius der Rechten zu begrenzen. Die Anhänger von "Cottbus bekennt Farbe" hoffen auf viele Unterstützer.