Die Bundesregierung setzt mit dem Klimaschutzplan 2050 auf einen schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien - will aber die Ökostrom-Debatte nicht neu aufrollen. Ein Entwurf sieht vor, dass Windkraft- und Sonnenanlagen 2030 mehr als doppelt so viel Strom wie heute produzieren, wie die "Welt" berichtet. Weiter hieß es in dem Papier, das auch der Deutschen Presse-Agentur vorlag, Wind und Sonnenstrom würden "im Einklang mit den Zielen der Bundesregierung stark ausgebaut".

Nach einem Bericht der "Passauer Neuen Presse" ist im Entwurf eine deutlich Reduktion des Ausstoßes von klimaschädlichem Kohlendioxid bis 2030 vorgesehen. Im Bereich der Energiewirtschaft sei eine CO2-Minderung von 64 Prozent im Vergleich zu 1990 geplant, im Gebäudebereich von 62 bis 67 Prozent. Aus Verhandlungskreisen hieß es dazu aber, die Sektorziele seien im Detail noch nicht festgezurrt - die Gespräche darüber sollten am Dienstag fortgesetzt werden.

Harte Formulierungen zur Kohleverstromung, die Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in ihrem Entwurf vom Freitag wieder reinformuliert hatte, sollen offenbar bleiben. "Neue Kohlekraftwerke und Tagebauerweiterungen würden zu Fehlinvestitionen führen und werden daher unterbleiben", heißt es laut FAZ im nun abgestimmten Papier. "Für die Braunkohlereviere werden neue industriepolitische Perspektiven entwickelt." In diesem Zusammenhang soll auch eine Kommission eingesetzt werden, die bis Mitte 2018 Vorschläge entwickeln soll, wie die Einsparziele konkret umgesetzt werden könne. "Praktisch wird es dabei auch um den Zeitpunkt zum Ausstieg aus der Kohleindustrie gehen", berichtet die FAZ.