Statt sie "von oben" zu verordnen, sollten vielmehr Ideen "von unten" eine größere Rolle spielen, hieß es übereinstimmend. Grüne und Linke hatten zuvor angekündigt, notfalls vor das Verfassungsgericht zu ziehen.
Konkret wurde der so genannte vogtländische Weg propagiert. Dort hatten sich die Stadt Plauen und der Landkreis Vogtland von selbst auf Behördenfusionen verständigt. Dies ist beispielsweise bei Gesundheitsämtern und der Lebensmittelüberwachung geplant. Nach Ansicht der Linken sollte das Vogtland die Möglichkeit erhalten, freiwillige Zusammenschlüsse modellhaft zu testen und dies wissenschaftlich begleiten zu lassen. "Der vogtländische Weg muss eine reale Chance bekommen", sagte der Abgeordnete Michael Friedrich.
Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) lehnte das aus "praktischen und rechtlichen" Erwägungen ab. In der Anhörung habe es deutliche Meinungen gegen den vogtländischen Weg gegeben. Er bestritt, dass eine Abstimmung zwischen Stadt und Landkreis effektiver ist. Er gebe vielmehr einer "Politik aus einem Guss" den Vorzug. CDU-Abgeordneter Volker Bandmann warf der Opposition vor, die Reform im Ganzen zu Fall bringen zu wollen: "Sie streuen Unsicherheiten und stellen die Ernsthaftigkeit der Reformnotwendigkeit in Abrede."
Die Verwaltungsreform gilt als größtes politisches Projekt der laufenden Legislatur. Nach dem Willen der Regierung soll die Reform bis Jahresende im Landtag verabschiedet werden und am 1. Juli 2008 inkraft treten. Statt bisher 22 Kreise soll es dann nur noch zehn geben. Nach einer Anlaufphase erhofft sich Sachsen eine jährliche Einsparung von 165 Millionen Euro. Zunächst kostet das Vorhaben allerdings Geld. Für die Übernahme von Aufgaben erhalten die Kommunen bis 2010 jährlich 201 Millionen Euro vom Land. Der so genannte Mehrbelastungsausgleich soll später abgeschmolzen werden. (dpa/mb)