Im Jahr 2015 hat Brandenburg rund 1200 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen. Im Freistaat Sachsen waren es rund 1600. Die meisten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge kamen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Das geht aus Angaben der zuständigen Ministerien beider Bundesländer hervor.

In den vorhergehenden Jahren betrug die Zahl der neu aufgenommenen Flüchtlinge im Kinder- und Jugendalter nur etwa ein Zehntel davon.

Ursache für den Anstieg ist vor allem die drastisch gewachsene Gesamtzahl der Flüchtlinge. Außerdem werden minderjährige Flüchtlinge nach einer Neuregelung des Bundes seit November wie Erwachsene nach einem festen Schlüssel auf alle Bundesländer und von dort auf die Kommunen verteilt.

In den Städten und Landkreisen sind die Jugendämter für Unterbringung und Betreuung zuständig. Dort sollen nun Clearingstellen geschaffen werden, in denen die Minderjährigen drei Monate ähnlich wie in einer Erstaufnahmeeinrichtung verbringen. Das Land Brandenburg hat bereits eine Novelle des Kinder- und Jugendhilfegesetzes zur Betreuung minderjähriger Flüchtlinge verabschiedet. In Sachsen ist eine entsprechende landesrechtliche Regelung noch in Arbeit.

Das Land Brandenburg will den Kommunen die Kosten für die Unterbringung und Betreuung minderjähriger Flüchtlinge komplett erstatten. Im kommenden Jahr werde dafür mit einer "mittleren zweistelligen Millionensumme" gerechnet, sagt Florian Engels, Sprecher des Brandenburger Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport.