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| 02:35 Uhr

Mehr Lebensmittel für Bedürftige

Region. Immer mehr Menschen sind auf Lebensmittelspenden angewiesen. Das belegen Zahlen des Bundesverbandes Die Tafeln. Lydia Schauff

"Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Gesamtkundenzahl seit 2014 um etwa 18 Prozent gestiegen ist", heißt es in der Auswertung.

Der Anstieg ist eng mit zunehmender Armut in Deutschland verknüpft. Haben 2014 noch 7,4 Millionen Menschen soziale Mindestsicherungsleistungen in Anspruch genommen, waren es Ende 2015 bereits acht Millionen.

Die Armutsgefährdungsquote liegt in vielen Bundesländern über dem bundesweiten Schnitt. Vor zwei Jahren - aktuellere Zahlen gibt es nicht - waren in Brandenburg 16,8 Prozent, in Sachsen sogar 18,6 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht. Als arm gilt, wer als Single weniger als 942 Euro im Monat verdient, bei einer vierköpfigen Familie (Kinder unter 14) sind es weniger als 1978 Euro.

"Besonders besorgniserregend ist, dass immer mehr Kinder zu den Tafeln kommen. Aktuell sind in Deutschland rund 350 000 Kinder auf Lebensmittelspenden angewiesen", sagt Jochen Brühl, Vorsitzender vom Bundesverband Die Tafeln. Dass so viele Kinder in prekären Verhältnissen lebten, sei ein Armutszeugnis für Deutschland. Inzwischen sind auch immer mehr Rentner betroffen.

In Deutschland gibt es mehr als 2000 Ausgabestellen, die Lebensmittelspenden von Privaten und Supermärkten an bedürftige Menschen verteilen. In Brandenburg nehmen monatlich rund 25 000 bis 30 000 Menschen das Angebot wahr, in Sachsen etwa halb so viele.

Um dem Bedarf gerecht zu werden, hat am Freitag in Finsterwalde ein Tafel-Logistikzentrum mit großen Kühl- und Lagerkapazitäten eröffnet. Gerade daran fehlt es vielen lokalen Ausgabestellen.

Von Finsterwalde aus werden künftig 13 Tafeln in Südbrandenburg versorgt. Das Pilotprojekt vom Arbeitslosenverband Brandenburg könnte Vorreiter für ganz Deutschland werden.

Lausitz Seite 2