Die Opposition kritisierte, die Bundesregierung ignoriere die sozialen Sorgen der Familien. Familie hat KonjunkturMit Blick auf den Geburtenanstieg im Vorjahr sagte von der Leyen, dies sei "kein Grund zur Euphorie", jedoch "ein Grund zur Zuversicht". Die Annahme, Familienpolitik sei in konjunkturell rauen Zeiten nachrangig, sei falsch, vielmehr sei sie die "Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand". "Familie hat in Zeiten der Wirtschaftskrise Konjunktur", betonte die Ministerin. Wie Deutschland aus der aktuellen Wirtschaftskrise herausgehe, werde von der Familienpolitik abhängen, sagte von der Leyen mit Blick unter anderem auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. "Wenn Vater und Mutter einen Arbeitsplatz haben, halbiert sich das Risiko, durch Arbeitslosigkeit in Armut zu rutschen." Von der Leyen räumte ein, dass nach wie vor vor allem viele Alleinerziehende benachteiligt sind. 40 Prozent der Alleinerziehenden beziehen demnach Arbeitslosengeld II. Dies betreffe rund 660 000 Erwachsene mit rund einer Million Kindern. Dem Report zufolge stieg von Januar bis September 2008 die Zahl der Geburten um 3400 auf knapp 518 000. Auf das Gesamtjahr 2008 hochgerechnet dürfte die Zahl der Geburten nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes auf bis zu 690 000 steigen. 2007 verzeichneten die Statistiker knapp 685 000 Geburten - damals bereits ein Plus von 12 000 Kindern gegenüber dem Vorjahr. Zugenommen habe die Zahl der Geburten vor allem bei Frauen zwischen 30 und 40 Jahren, sagte von der Leyen.Elterngeld hat Ziel erreichtDer Soziologe Hans Bertram von der Humboldt-Universität betonte, einen wesentlichen Anteil am Geburtenanstieg haben das Elterngeld und der Ausbau der Kinderbetreuung. Kritik kam hingegen von Linkspartei und Grünen. Es gebe "keinen Grund zu feiern, wenn in Deutschland 2,4 Millionen Kinder und Jugendliche von Armut betroffen sind und 40 Prozent der alleinerziehenden Eltern von Hartz IV leben", erklärte die familienpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, Ekin Deligöz. Jörn Wunderlich, familienpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, kritisierte, während der Staat den Familien einen erheblichen Teil der Sozialkosten aufbürde, würden Banken und Konzerne dafür entlastet. AFP/ta