Insbesondere Juli und Dezember brachten die Geburtsstatistik des Freistaats voran, in diesen Monaten brummte es in den Geburtskliniken der drei großen Städte deutlich mehr. Woran das liegt, darüber konnte Irene Schneider-Böttcher, Präsidentin des Statistischen Landesamts, gestern nur verschämt lächeln. In ihrem Hause gebe es dazu Vermutungen, aber keine gesicherten Kenntnisse.

Das neue Statistische Jahrbuch 2011 ist 500 Seiten lang und enthält auch noch andere positive Nachrichten. Zum Beispiel die, dass in Sachsen wieder mehr geheiratet wird: 2010 sagten 18 400 Paare Ja, im Jahr davor waren es nur 17 600. Der Kreis Leipzig kam 2010 pro 1000 Einwohner auf 6,3 Hochzeiten und lag damit an der Spitze im Lande.

Erfreulich ist auch, dass es 400 Scheidungen weniger gab als im Vorjahr – nämlich nur 7285. Auch gut: Sachsen hat 2010 nur 19 300 Einwohner verloren. Das ist erstmals ein Bevölkerungsrückgang um weniger als 20 000 Menschen in einem Jahr. In Sachsen lebten Ende 2010 insgesamt rund 4,15 Millionen Einwohner. Diese meldeten im vergangenen Jahr 38 200 Gewerbe an und 34 700 ab und schufen insgesamt ein Wirtschaftswachstum im Freistaat von 1,9 Prozent. Sachsens Export konnte um 28 Prozent zulegen auf 24,9 Milliarden Euro. Ein Zehntel wurde nach China geliefert. Erstmals seit 16 Jahren sind im Freistaat die Schülerzahlen gestiegen.

Mit rund 32 300 Kindern, die im August 2010 ihre Zuckertüte bekamen, konnte die Zahl der Schulabgänger übertroffen werden. „Die Tendenz sieht so aus“, erklärte Schneider-Böttcher, „dass die Zahl der Schulanfänger bis 2014 auf rund 34 000 ansteigen wird.“ Danach allerdings werden die Schülerzahlen bis zum Jahr 2030 auf rund 26 000 schrumpfen, erwarten die Statistiker. Zudem kann der Geburtenrekord von 35 600 nicht darüber hinweg täuschen, dass die Zahl der Verstorbenen mit 51 000 deutlich darüber liegt.

Wer 2009 in Sachsen sein Studium begann, war durchschnittlich 21,7 Jahre alt und zu 48 Prozent weiblich. Das Alter der Absolventen lag bei 27 Jahren. Insgesamt beendeten 2009 knapp 15 500 junge Leute ihr Studium in Sachsen erfolgreich. Allerdings waren 2009 von 100 Professoren nur 16 weiblich. Auch ist der Anteil der Nicht-Sachsen in den Hörsälen weiter gestiegen. Sachsen hatte 2009 das dritte Jahr in Folge einen Wanderungsgewinn zu verbuchen, der sich mit 1900 Studienanfängern gegenüber 2008 mehr als verdoppelt hat. „Wir sehen daran, dass Sachsen als Studienort sehr attraktiv ist“, sagt Irene Schneider-Böttcher.