Demonstrative Einigkeit: Nach monatelangen Querelen um Geld für Sachsens Schulen hat die Regierung am gestrigen Dienstag eingelenkt. Angesichts akuter Personalnot sollen zusätzlich 23,5 Millionen Euro fließen, beschloss das Kabinett. Das Geld ist unter anderem für 655 neue Einstellungen zum Schuljahr 2012/13 gedacht. Zudem sollen davon Honorare für Unterrichtsvertretungen im laufenden Schuljahr bezahlt werden.

Kultusministerin Kurth und Finanzminister Georg Unland (CDU) erhoben zugleich schwere Vorwürfe gegen Ex-Kultusminister Roland Wöller (CDU), ohne dessen Namen zu nennen. Der war vor einem Monat im Streit um eben jenes Geld zurückgetreten. "Ich habe für mich bestürzende Verhältnisse im Ministerium festgestellt", sagte Kurth. So seien in der Vergangenheit etwa falsche Berechnungen bei der Altersteilzeit angestellt und - wie schon bekannt - mehr Lehrer als zulässig eingestellt worden.

"Das nächste Schuljahr ist gesichert", erklärten beide Minister. Beim Kassensturz nach dem Wöller-Rücktritt seien nicht offengelegte Fakten bekanntgeworden, die die Nachbesserungen nötig machten. Für die Chefin der Lehrergewerkschaft GEW, Sabine Gerold, waren die von den beiden Ministern vorgelegten Zahlen zum Lehrerbedarf dagegen nicht neu. Mit denen habe zuletzt bereits Wöller argumentiert.

Neben den 655 Neueinstellungen - geplant waren ursprünglich 400 - sollen Lehrer in die Klassen zurückgeholt werden, die derzeit für Ganztagsangebote an den Schulen zuständig sind. Stattdessen sollen Honorarkräfte beschäftigt werden. Durch weitere Maßnahmen kämen schließlich zum neuen Schuljahr 855 Stellen direkt im Unterricht an.