Prävention und Schadensausgleich bei Übergriffen von Wölfen werden im Land Brandenburg neu ausgerichtet. "Ich teile die wachsenden Sorgen der Schäfer, aber auch der Halter von Weiderindern und anderer Nutztierarten, dass mehr für den Schutz ihrer Herden getan werden muss", sagt Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD). So sollen Mittel für den Schadensausgleich beim Landesumweltamt aufgestockt und ab 2017 befristet zwei Wolfs- und Herdenschutzbeauftragte eingestellt werden. 2016 wurden für den Ausgleich von Schäden in Nutztierhaltungen bis zum 3. November bereits 40 691 Euro ausgezahlt.

Künftig würden auch die Landesmittel für Präventionsmaßnahmen gegen Wolfsübergriffe auf Nutztiere erhöht. Von 2008 bis Ende vergangenen Jahres wurden Fördermittel für diese Zwecke in Höhe von 597 275 Euro ausgezahlt. Für 2016 werden 15 Anträge in Höhe von rund 200 000 Euro bewilligt.

Langfristig soll ab 2018 in Brandenburg ein eigenes Wolfsinformations- und Herdenschutzzentrum im Wildpark Groß Schönebeck entstehen. Neben Brandenburg hat auch Sachsen mit dem "Wolfsmanagementplan" ein Instrument, um die künftige Entwicklung der Tiere zu sichern.

Bei einer aktuellen RUNDSCHAU-Umfrage zum Wolf haben rund 2000 Leser mitgemacht - ein Teilnehmerrekord. Für einen Schutz der Wölfe plädieren etwa 65 Prozent der Lausitzer. 44 Prozent der Befragten hätten allerdings nichts gegen eine kontrollierte Jagd auf die Tiere zu streng festgelegten Jagdzeiten. Thema des Tages Seite 3