An Brandenburger Schulen ist die Zahl der Flüchtlingskinder weiter gestiegen. Mittlerweile lernten nach zuletzt vorliegenden Angaben etwa knapp 4000 Mädchen und Jungen in 554 Vorbereitungsgruppen und Förderkursen, sagte der Sprecher des Potsdamer Bildungsministeriums, Florian Engels, auf Anfrage. Parallel nehmen viele von ihnen bereits in manchen Fächern am Regelunterricht teil. Anfang Oktober 2015 waren an märkischen Schulen noch etwa 3200 Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien unterrichtet worden. Die nächsten offiziellen Daten werden Mitte Februar erwartet.

Für das laufende Schuljahr standen den Schulämtern knapp 360 Planstellen für den Sprachunterricht von Schülern mit Migrationshintergrund bereit. Nach abschließender Zustimmung durch den Landtag solle im Nachtragshaushalt Geld für weitere 260 Planstellen zur Verfügung gestellt werden, hieß es. Die neuen Lehrer sollen noch im laufenden und im kommenden Schuljahr eingesetzt werden.

Für die zusätzlichen Stellen seien bis Ende 2016 rund 30 bis 35 Millionen Euro Mehrkosten notwendig. Davon entfallen 4 Millionen Euro noch auf das Haushaltsjahr 2015, der Rest je nach Inanspruchnahme auf das Haushaltsjahr 2016. Für Vorbereitungsgruppen und Förderkurse zum Erlernen der deutschen Sprache werden etwa 40 Prozent der Mittel verwendet.

Problematisch sei, dass die Klassen nicht immer kontinuierlich besetzt seien. Es kämen Flüchtlinge hinzu, andere seien nicht mehr dabei, weil sie abgeschoben wurden. Dadurch herrsche unterschiedliches Bildungs- und Sprachniveau, sagte Engels.

Es werde auch zunehmend schwieriger, geeignete Lehrer zu finden, die Deutsch als Zweitsprache unterrichten könnten, sagte der Sprecher. Aktuell gebe es einen Bedarf von 370 Lehrkräften mit dieser Zusatzausbildung. 100 Lehrer würden derzeit gerade für die Arbeit qualifiziert.