Rein in die Bank, Gas in den Automaten einfüllen, sprengen, Geldkassette schnappen und abhauen - so sieht das immer gleiche Tatmuster der Bankomaten-Knacker-Banden aus. Es sind Profis am Werk, das macht es den Ermittlern der Polizei schwer, ihnen auf die Spur zu kommen. "Die Täter hinterlassen keinen Geldbeutel am Tatort und werfen ihre Maske auch nicht in den nächsten Mülleimer - das passiert nur in Filmen", erklärt Gerd Otter, der bei der Polizei die Führung der neuen Soko "Fläming" übernommen hat. Sie soll die mittlerweile 24 Fälle in Brandenburg aufklären, die Hälfte davon in der Lausitz.

Dennoch gibt es Spuren, denen die zehn Ermittler der Soko nachgehen können. Eine führt zu den Fluchtautos, nach denen nun gezielt gefahndet werden soll. "Wir werden damit in den kommenden Tagen beginnen - vor allem im Süden und Südosten", erklärt Otter. Dabei will die Polizei breite Präsenz zeigen. "Wir wollen den Druck auf die Täter erhöhen. Sie sollen sehen, dass ihre Arbeit erschwert wird", so Otter.

In einem Fall konnte die Polizei nun sogar eine Blutspur sichern. Nach einem gescheiterten Sprengversuch in Frankfurt (Oder) hatten die Täter auf der Flucht in Polen zwei weitere Banken angegriffen. Dabei verletzte sich einer der Täter.

Für die Bürger gehe keine direkte Gefahr von den Banden aus. "Die Täter weichen direkten Konfrontationen aus", so Otter. Gefahr bestehe nur, wenn die Sprenger die Gasmenge falsch einschätzen und mehr sprengen als nur den Automaten.

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