Im Kampf gegen die Kriminalität will Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) stärker als bisher auf die Sicherheitspartnerschaften in den Kommunen setzen. "Es ist mein ausdrücklicher Wunsch, dass wir wieder deutlich mehr Sicherheitspartnerschaften bekommen", sagte er bei der Auszeichnung langjähriger Sicherheitspartner am Montagabend in Potsdam.

Bei den Sicherheitspartnern handelt es sich um Ehrenamtliche, die in ihrer Freizeit etwa durch Kleingartenkolonien oder Einfamilienhaussiedlungen gehen und verdächtige Beobachtungen der Polizei melden. Sie haben jedoch keinerlei Sonderrechte und dürfen keine Ausweiskontrollen durchführen.

Ende 2014 gab es im gesamten Land 446 ehrenamtlich tätige Sicherheitspartner. 2003 waren es noch 880 Aktive. Schröter: "Ein Grund für den Rückgang könnte sein, dass die Arbeit der Sicherheitspartner in den vergangenen Jahren nicht immer so gewürdigt wurde, wie es ihnen gebührt." Sicherheitspartner hätten eine ähnliche Wertschätzung wie Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren verdient.

Einer von der Alternative für Deutschland (AfD) erhobenen Forderung nach polizeilichen Befugnissen für die Sicherheitspartner erteilte Schröter eine Absage. Die Aufklärung von Straftaten sei ausschließlich Aufgabe der Polizei, betonte Schröter. "Das Sicherheitsmonopol ist und bleibt bei der Polizei." In Brandenburg wird derzeit nur jede zweite Straftat aufgeklärt. Rund 20 Prozent der ermittelten Straftäter werden angeklagt. Schuld daran trägt nach Überzeugung der Opposition sowie der Gewerkschaften die zu geringe Personalausstattung des Landes in diesen Bereichen.