Im bundesweiten Ranking belegt Brandenburg den elften Platz, wie der Verband am Donnerstag in Berlin mitteilte. Von den ostdeutschen Ländern schneidet nur Thüringen mit einer Armutsquote von 16,7 Prozent besser ab. Abgeschlagen sind die Länder Sachsen (19,6 Prozent), Sachsen-Anhalt (20,5 Prozent), Berlin (21,1 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (22,2 Prozent) und Bremen mit einer Gefährdungsquote von 22,3 Prozent. Baden-Württemberg belegt mit 11,2 Prozent den Spitzenplatz.

Deutschlandweit habe die Armutsquote 2011 einen neuen Höchststand erreicht. Der Anteil Gefährdeter sei von 14,5 Prozent in 2010 nach oben gegangen auf 15,1 Prozent. Das sind 12,4 Millionen Menschen - rund eine halbe Million mehr als noch 2010.

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Monatseinkommens für seine Lebensführung zur Verfügung hat. Bei einem Single-Haushalt sind dies weniger als 848 Euro, bei einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren weniger als 1781 Euro.

Für den Anstieg der Armut macht der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Ulrich Schneider, "Armutslöhne" sowie die Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse verantwortlich, aber auch Einschränkungen bisheriger Sozialleistungen für das Wohnen und das Heizen. "Viele Menschen haben Arbeit, aber immer weniger können von ihrer Arbeit leben", erklärte der Hauptgeschäftsführer.