Die Zahl der Unfälle, der Toten und der Verletzten sei 2008 stärker als im Bundestrend rückläufig gewesen, sagte Schönbohm. Danach starben auf den Straßen 222 Menschen (2007: 264), gab es 11 068 Verletzte (12 191). Insgesamt krachte es 81 415-mal. Im Jahr zuvor waren es 2690 Unfälle mehr. "Offenbar beginnt man zu begreifen, dass Rasen kein Kavaliersdelikt ist", sagte Schönbohm. Der Minister führte die Rückgänge neben intensiver Prävention vor allem auf den flächendeckenden Kontrolldruck der Polizei zurück, die 2008 allein 1,1 Millionen Geschwindigkeitsüberschreitungen ahndete, aber auch 20 416 Rotlichtverstöße (plus 13,9 Prozent), 25 142 Vorfahrtverstöße (plus 43,7 Prozent) und 16 182 Verstöße gegen das Handy-Verbot am Steuer (plus 20 Prozent). 25 278 Fahrer mussten wegen Fahrverboten ihre Führerscheine abgeben. Schönbohm ließ keinen Zweifel daran, dass die meisten ertappten Sünder nicht Transitreisende, "sondern Bewohner des Landes Brandenburg" sind. In diesem Zusammenhang kündigte er eine weitere Verschärfung der Kontrollen an: Die Polizei schafft gerade eine neue Technik-Generation an, die auch Raser auf mehrspurigen Trassen, in Kurven und Motorradfahrer beweissicher "überführen" kann. Zweiter Platz in StatistikAn der Notwendigkeit hat sich laut Schönbohm trotz der positiven Tendenz nichts geändert: Denn Brandenburg führt nach Sachsen-Anhalt im Bundesvergleich die Statistik der Unfalltoten weiter an. In Sachsen-Anhalt kommen auf eine Million Einwohner 92 Verkehrstote, in Brandenburg 88, in Sachsen nur 56. "Die Unterschiede sind auffällig". Besondere Sorge bereiten Schönbohm die gestiegenen Unfälle an Autobahnbaustellen wie dem Kreuz Nuthetal, die wachsende Zahl von getöteten Motorradfahrern (2008: 32; 2007: neun), aber auch die hohe Zahl von 50 getöteten Senioren. "Das hängt auch mit der demografischen Entwicklung zusammen", sagte er. Er persönlich habe "darauf noch keine Antwort", was man dagegen tun könne. Niedrigste Zahl in BerlinAuch in Berlin, als Stadtstaat traditionell ohnehin in der Unfallbilanz besser, ist der Verkehr weniger gefährlich als früher. 55 Menschen sind 2008 bei Verkehrsunfällen in Berlin getötet worden. Das ist ein Todesopfer weniger als im Vorjahr und erneut die niedrigste Zahl seit der Wiedervereinigung der Stadt, sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch am Freitag bei der Präsentation der offiziellen Unfall-Statistik. 1828 Menschen wurden danach schwer verletzt. Insgesamt gab es 124 000 Unfälle und 17 833 Verletzte. Glietsch sprach trotzdem von einer "insgesamt positiven Bilanz", weil die Unfallzahlen inzwischen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau stagnieren würden.