Besonders gefragt sind Angebote der Erlebnisgastronomie - vom Ritterschmaus in zünftigen Scheunen bis zum erlesenen Büfett in Wellness-Oasen. Kleinere Betriebe verreisen mit ihren Mitarbeitern für Weihnachtsfeiern, größere unterstützen ihre Abteilungen mit teils großzügigen Zuschüssen. Wie eine Umfrage bei Gaststätten, Unternehmen und Verbänden ergab, sind Betriebe ohne Jahresabschlussfeier in Sachsen die Ausnahme.

Zuschuss gibt es nicht
Eine solche Ausnahme ist das BMW-Werk in Leipzig. "Eine gemeinsame Feier ist mit so vielen Mitarbeitern nicht möglich. Die meisten Abteilungen feiern für sich auf eigene Kosten. Einen Zuschuss für Weihnachtsfeiern gibt es nicht", sagte Unternehmenssprecher Michael Janßen. Ebenfalls keine zentrale Feier gibt es für die 3000 Mitarbeiter des Chipherstellers AMD in Dresden. "Aber jede Abteilung, die eine Weihnachtsfeier ausrichten möchte, bekommt einen Zuschuss", sagte AMD-Sprecherin Karin Raths. Außerdem richtet die Belegschaft traditionell für 50 sozial bedürftige Dresdner Kinder eine Weihnachtsfeier aus und beschenkt sie.
Die Industrie- und Handelskammern (IHK) berichten aus mittelständischen Unternehmen von großer Feierlaune. "Gerade in den Wachstumsbranchen Maschinenbau und Automobilindustrie brummt der Konjunkturmotor. Da sollen auch die Mitarbeiter am Jahresende was davon haben", sagte Hannelore Schwarz von der IHK Chemnitz. Natürlich gebe es auch Firmen, denen es nicht so rosig gehe. Aber die große Mehrheit habe genug verdient, sodass es für Weihnachtsfeiern allen Grund gebe.
Weihnachtsfeiern werden von Betrieben und Vereinen längst nicht mehr im Hinterraum des Lokals nebenan gefeiert. "Den meisten Zuspruch haben Angebote, die besonderes Essen mit Kultur, Sport oder anderen Events kombinieren", sagte der Hauptgeschäftsführer des Sächsischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Frank Lehmann. "Schlitten fahren, Bier brauen, Mittelalterschmaus oder Zirkus - alles ist möglich."
Der Dezember ist deshalb nochmals ein Saisonmonat für die Branche. "Die gute Nachfrage in diesem Jahr wird das traditionell Mitte Dezember rückläufige Tagungsgeschäft mehr als kompensieren - der guten Konjunktur sei Dank." Der Anstieg bei gebuchten Feierlichkeiten sei noch nicht bezifferbar.

Events in Gaststätten
Besonders vor der Mehrwertsteuererhöhung ab Januar sei ein gutes Weihnachtsgeschäft wichtig. "Wenn alles teurer wird, wird an Ausgaben für Familien- und Betriebsfeiern zuerst gespart", sagte Lehmann. Deshalb hätten viele Gastwirte sich verschiedenste Events ausgedacht. Diese seien allerdings zum Teil schon seit Oktober ausgebucht. "Aber zumindest für kleinere Gruppen gibt es immer noch überall freie Plätze."