"Ich bin mit dem Messejahr 2009 außerordentlich zufrieden", sagte der Chef der viertägigen Frühjahrsschau der Bücher am Sonntag. "Die Aussteller haben uns gute und sehr gute Noten gegeben und das Publikum hat mit den Füßen abgestimmt, dass die Messe an Attraktivität weiter zugenommen hat." Knapp ein Drittel der Besucher waren Fachbesucher. 92 Prozent der Aussteller haben einer Messesprecherin zufolge schon jetzt angekündigt, vom 18. bis 21. März 2010 wiederzukommen. Ob in den Messehallen oder an den 300 Lese-Orten der Stadt: Die aus nah und fern angereisten Autoren und ihre Bücher wirkten tags und nachts wie Magneten. Jungstars wie Daniel Kehlmann, Sarah Kuttner und Benjamin Lebert oder alte Hasen wie Wolf Biermann, Günter Grass und Hera Lind hatten auf dem riesigen Literaturfest treue Zuhörer. Wer zu spät zu den Ständen und Lesesofas kam, konnten kaum noch einen Blick auf die begehrten Autoren werfen und mussten sich mit den riesigen Bildschirmen zufriedengeben, auf denen glücklicherweise die Lesungen und Gespräche übertragen wurden. In den Hallen war der Ansturm - insbesondere am Samstag - oft so groß, dass es kaum mehr ein Durchkommen gab. An den rund 2000 Verlagsständen blätterten Tausende in den Neuerscheinungen des Frühjahrs und die Verlage zogen eine positive Bilanz. "Wir spüren hier nichts von der Krise", berichtet Doris Giesemann vom Münchner Sachbuchverlag Dorling Kindersley. Die Begeisterung für Bücher sei ungebrochen. Auch der Verleger von Hoffmann und Campe (Hamburg), Günter Berg, wertete die Messe als vollen Erfolg: "Sie sehen doch das Gedränge: Die Menschen kommen zur Messe und sie wollen lesen und vor allem Gutes lesen." Insbesondere für die großen Verlage lohnt sich der durchaus kostspielige Messeauftritt. "Das ist eine ungeheure Imagepflege für uns", sagt der Vertriebsleiter des Berliner Aufbau Verlags, Andreas Krauß. Einen besonders umjubelten Messe-Star - wie im vergangenen Jahr Buchmessepreisträger Clemens Meyer - gab es diesmal nicht. Beim Preis der Leipziger Buchmesse setzten sich 2009 mit Sibylle Lewitscharoff, Herfried Münkler und Eike Schönfeld nicht allzu bekannte Autoren durch. Der ebenfalls nominierte Jungstar Daniel Kehlmann ("Ruhm") ging hingegen leer aus und erschien erst gar nicht zur Preisverleihung. Dem Publikum war das egal: Zum Autorengespräch mit dem 34-Jährigen zwei Tage später drängten sich dann die Besucher. dpa/pb