Seit Jahren werden Sachsens Unis und Fachhochschulen für ausländische Studierende immer attraktiver. Von 2005 bis 2012 stieg deren Zahl laut Landesamt für Statistik von 9500 auf 12 300. Der Trend läuft parallel zum Anstieg der Studierenden im Freistaat von 107 000 Studenten auf 113 000.

So gingen an der zweitältesten deutschen Universität in Leipzig zum Wintersemester 3300 Bewerbungen von Studierenden aus dem Ausland ein. Sie werden von Exotenfächern wie Afrikanistik oder Tibetologie angelockt.

Die TU Chemnitz immatrikulierte insgesamt 2100 Neulinge, von denen 310 aus dem Ausland kommen. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Rektor Arnold van Zyl, der selbst aus Südafrika stammt, findet diesen Trend "besonders erfreulich". Vor allem bei Chinesen ist Sachsens drittgrößte Uni beliebt. Aber auch junge Inder, Brasilianer, Türken und Tschechen schätzen das "günstigste Studienpflaster" des Freistaats, mit dem die Chemnitzer Uni für sich wirbt. Derzeit studieren hier 11 000 Hochschüler. Die meisten Erstsemester steigen in die Bachelorstudiengänge Wirtschaftswissenschaften, Pädagogik und Psychologie ein.

An der TU Bergakademie Freiberg haben sich eine Woche vor Ende der Einschreibefristen 900 neue Hörer angemeldet, 500 von ihnen starten ins erste Semester. Zwölf Prozent davon kommen aus dem Ausland und "bringen ihre Kultur mit nach Freiberg", betont Prorektor Michael Stelter. Die Bergakademie war die erste, die sich vor knapp 250 Jahren auf Montanwissenschaften spezialisierte. Heute präsentiert sie sich als Ressourcenuniversität mit den Feldern Geo, Material, Energie und Umwelt und knapp 5700 Studenten.

Die Hochschule Mittweida in Mittelsachsen holte Ende September 1850 neue Studiosi ins Boot. Die Fachhochschule, an der nun bereits 6200 junge Menschen studieren, hat mit 16 Prozent den höchsten Ausländeranteil Sachsens. Insgesamt studieren dort derzeit 5500 Leute in 31 Studiengängen.

An Sachsens größter Uni, der TU Dresden, studieren knapp 37 000 Leute. Zehn Prozent von ihnen kommen aus dem Ausland. Am höchsten ist nach wie vor der Sachsen-Anteil. Fast die Hälfte der Studenten kommt aus dem Freistaat. Ein Fünftel indes aus den alten Bundesländern.