Heute wird Marianne Rosenberg 60. Viel Aufhebens macht sie nicht um den Geburtstag. Stattdessen arbeitet die Sängerin, Komponistin und Autorin intensiv an einem neuen Album.

Ihre ersten Erfolge feierte die Tochter des Auschwitz-Überlebenden Otto Rosenberg bereits mit 14 Jahren. In dieser Zeit kam ihr politisches Bewusstsein öffentlich kaum zur Geltung. Doch die Familiengeschichte hatte ihren Sinn für Gerechtigkeit früh geschärft.

Wichtig dafür war vor allem der Vater, Vorstandsmitglied im Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und Mitbegründer und erster Vorsitzender des Landesverbandes Berlin-Brandenburg der Deutschen Sinti und Roma. Mit diesem Erbe geht Marianne Rosenberg sehr behutsam um. So weigert sie sich stets, das Leiden ihrer Vorfahren, von denen viele in den Konzentrationslagern ermordet wurden, zu Publicityzwecken einzusetzen.

Großen Respekt weit über ihre Fangemeinde hinaus erwarb sie sich im Jahr 2000, als sie nicht bereit war, in einer TV-Show mit ihrem Vater aufzutreten. Zu Begründung sagte sie damals: "Die wollen Rosenberg-Schlager garniert mit einer Prise Auschwitz. Das ist eine Respektlosigkeit gegenüber meinem Vater."

Später, so in ihrer 2006 veröffentlichten Autobiografie "Kokolores", machte die vielseitige Künstlerin ihre Position als streitbare Verteidigerin der Demokratie kraftvoll deutlich. Schon zuvor hatte sie sich konsequent für Minderheiten eingesetzt. Daraus resultiert eine bis heute andauernde Verehrung insbesondere von Schwulen und Lesben, die viele Songs von Marianne Rosenberg gleichsam als Hymnen für ihre soziale Emanzipation betrachten.

Musikalisch hat Marianne Rosenberg eine erstaunliche Wandelbarkeit gezeigt. Sie brilliert in verschiedenen Genres, wie Schlager, Rock, Pop, Chanson, Jazz, Techno und Punk. Im breiten Bewusstsein der Fans ist sie jedoch nach wie vor fest durch Songs um die Wonnen und Leiden der Liebe verbunden.