"Es ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, wenn jede vierte Frau bereits Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt im häuslichen Bereich wurde", sagte die märkische Europaabgeordnete Elisabeth Schroedter (Grüne) gestern. Anlässlich des heutigen Internationalen Aktionstages "Nein zu Gewalt an Frauen" (die RUNDSCHAU berichtete) mahnte Sozialstaatssekretär Winfrid Alber mehr Anstrengungen gegen häusliche Gewalt an.
Nach seinen Angaben wurden im vergangenen Jahr rund 2600 Frauen von den Mitarbeitern der Frauenhäuser und Beratungsstellen im Land unterstützt. 588 Frauen und 449 Kinder fanden in den Frauenhäusern und -schutzwohnungen Zuflucht. Derzeit gebe es landesweit 18 Frauenhäuser, und drei Frauenberatungsstellen mit Frauenschutzwohnung.
Lange Zeit sei häusliche Gewalt in der öffentlichen Wahrnehmung als Privatsache abgetan worden, sagte Alber. Dies habe sich durch neue gesetzliche Regelungen und bessere Zusammenarbeit von Behörden und Hilfeeinrichtungen geändert. Aus Anlass des Aktionstages hisste Alber vor dem Ministerium eine Flagge mit dem Aufruf "Frei leben - Ohne Gewalt". (dpa/mb)