Etwa 220 Bürgerkriegs-Flüchtlinge aus Syrien sind 2014 im Behandlungszentrum für Folteropfer betreut worden. „Unser Syrien-Akut-Programm läuft jetzt zum Jahresende aus, aber die Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge wird in einem anderen, nicht an Nationalitäten gebundenen Programm fortgesetzt“, sagte Tinja Schöning vom Behandlungszentrum (bzfo) der Nachrichtenagentur dpa.

Vor gut einem Jahr war die Akuthilfe für Syrer angelaufen: Vor allem Asylflüchtlinge suchten bisher die Unterstützung, die im Rahmen des Kurztherapieprogramms bis zu sechs Monate gewährt wird. „Vielen war aber auch schon mit ein, zwei Beratungsgesprächen geholfen“, sagte Schöning. „Der Anteil der Kontingentflüchtlinge bei den Hilfesuchenden war wesentlich geringer, wahrscheinlich weil die Lebensumstände in Deutschland für sie etwas stabiler sind.“

Wichtig ist es den Therapeuten, auch die Kinder der Flüchtlingsfamilien zu erreichen. „Traumatisierte Kinder "verschwinden" oft in den Unterkünften, es ist schwer an sie ranzukommen, denn die Eltern sind erstmal mit anderen Dingen beschäftigt“, berichtete Schöning. Deshalb besuchten die Helfer mehr als 20 Familien mit bis zu vier Kindern in einem Monitoring - um zu sehen, wo Kinder Hilfe benötigen und sie dazu gegebenenfalls an andere Stellen außerhalb des Akutprogramms zu vermitteln.

„Aber wir sehen, dass die Situation sich verschärft, die Schlangen vor dem LaGeSo (Landesamt für Gesundheit und Soziales), das ja direkt in unserer Nachbarschaft ist, werden länger“, sagt Schöning. Unterbringung und soziale Stabilität seien jedoch immens wichtig für den Umgang mit Traumata. „Je größer die Unsicherheit, desto prekärer wird es für die Patienten.“