"Bei den steigenden Energiepreisen wollen Eigentümer die Schwachstellen ihrer Gebäude genau kennen." Geld für verschwendete Energie wolle niemand aus dem Fenster werfen.
"Jedes Gebäude, das vermietet oder verkauft wird, muss einen Pass haben", sagte Röllig. Mieter oder Käufer haben Anspruch, das Dokument einzusehen, weil es auch an den eigenen Geldbeutel geht. Eigenheimbesitzer, die das Gebäude selbst nutzen, seien hingegen nicht verpflichtet, sich einen Energiepass zuzulegen. "Aus eigenem Interesse - vor allem wegen höherer Kosten durch Energieverluste - sollten sie aber auch ohne Dokument das Thema im Blick behalten", sagte Röllig. Obwohl weder Bundes- noch Landesgesetze zu der EU-Richtlinie vorliegen, hofft der Freistaat auf die Beibehaltung des in Sachsen bereits verwendeten Energiepasses auch ab 2006.
Mehr als 800 vom Energieeffizienzzentrum zertifizierte Energieberater stehen als Ansprechpartner bereit. "Das sind Architekten, Ingenieure und Handwerker wie Schornsteinfeger", sagte Röllig. Sie würden die Gebäude bestens kennen. Sie ermitteln zunächst die energetische Situation, kontrollieren die Beschaffenheit von Außenwänden, Haustür, Fenstern und Dach. Auch die Heizungsanlage werde nach energetischen Gesichtspunkten überprüft. "Dann folgen Vorschläge zur Verbesserung."
Der Pass nach EU-Richtlinie ist zehn Jahre gültig. 40 Prozent der verwendeten Energie in Deutschland wird in Gebäuden verbraucht. "Vor allem bei der Dämmung gibt es das größte Einsparpotenzial", sagte Röllig. Bei richtiger Dämmung der Außenhülle eines Wohngebäudes könne 50 Prozent Energie eingespart werden. Bundesweit sind nach Angaben des Bundesverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme knapp von 40 Millionen Wohnungen rund 24 Millionen noch nicht optimal wärmegedämmt. Würden diese nach der Energiesparverordnung saniert, könnten 218 Milliarden Liter Heizöl pro Jahr eingespart werden. Dies entspricht einer Schadstoffreduzierung von 453 Millionen Tonnen.
Ab 2010 will Sachsen im Vergleich zu 1998 den CO 2 -Ausstoß um 2,5 Millionen Tonnen reduzieren. Davon soll eine Million Tonne durch Energiesparmaßnahmen an Gebäuden erreicht werden. Rund 30 Prozent der CO 2 -
Emissionen in Deutschland werden durch den Energieverbrauch gebäudetechnischer Anlagen verursacht, hauptsächlich für Heizung und Warmwasserbereitung. (dpa/mb)