Das sagte der Verkehrsvorstand des ADAC Berlin-Brandenburg, Volker Krane, am Dienstag.

Mit dem Prüfkonzern Dekra sprach sich der Autofahrerclub für freiwillige Tests zur Fahrtüchtigkeit aus. Gesetzlich vorgeschriebene Gesundheitschecks lehnen sie aber ab, da sie aus ihrer Sicht die Verkehrssicherheit nicht verbessern würden.

In Berlin ist der Anteil der Senioren unter den Unfallverursachern in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Waren 2005 unter 100 Verursachern noch etwa sechs Senioren, wurde im vergangenen Jahr etwa jeder zehnte Unfall von einem älteren Menschen ausgelöst, wie aus den Statistiken der Polizei hervorgeht. Die Zahl der Unfälle stieg von rund 120 000 auf rund 131 000.

Auch in Brandenburg stieg der Anteil von Senioren unter den Unfallverursachern - von rund acht Prozent im Jahr 2005 auf zwölf Prozent im vergangenen Jahr. Dort sank die Zahl der Unfälle insgesamt von rund 85 000 auf rund 81 000. Das zeigen Zahlen des Innenministeriums und des Statis-tikamtes Berlin Brandenburg.

Aus Sicht des ADAC gibt es jedoch keinen Grund, Senioren als potenzielles Unfallrisiko darzustellen: "Statt die älteren Verkehrsteilnehmer als eine Risikogruppe zu stigmatisieren, empfehlen wir, eher auf Eigenverantwortung, Selbstreflexion und Schulungen zu setzen", sagte Krane. Das Bundesverkehrsministerium warnt vor einer Diskriminierung. Entscheidend für die Fahrtüchtigkeit sei nicht das Alter, sondern der Gesundheitszustand, betonte Sprecher Ingo Strater.