In einer Notoperation in Dresden sind erstmals einem sonst gesunden Patienten körpereigene Insulin bildende Zellen aus der Bauchspeicheldrüse reimplantiert worden. Die Ärzte am Universitätsklinikum seien optimistisch, den 43-Jährigen damit vor Diabetes bewahren zu können, teilte die Klinik am Donnerstag mit.

Das bereits in den 70er-Jahren in der Bundesrepublik angewandte und in Dresden weiterentwickelte Verfahren werde derzeit bundesweit nur hier praktiziert, sagte Chirurg Professor Robert Grützmann. In der Regel würden schwer kranken Diabe-tespatienten ein Spenderorgan transplantiert oder gespendete Inselzellen - also Zellen die Insulin produzieren - übertragen.

Die Bauchspeicheldrüse des Lagerarbeiters wurde bei einem Arbeitsunfall zerrissen, ein großer Teil musste entfernt werden. Aus dem verbliebenen Rest konnten rund 200 000 Inselzellen herausgelöst werden, die das für den Stoffwechsel lebenswichtige Insulin produzieren. Sie wurden in die Leber übertragen.

Diese Reimplantation wurde früher schon anderenorts angewandt, aber wieder aufgegeben, sagte Grützmann. Derzeit erfolge sie nur in Dresden, wo das Verfahren weiterentwickelt werde. Für den 43-Jährigen wagt Grützmann noch keine Prognose, ist knapp eine Woche nach der OP aber optimistisch. "Der Patient produziert wieder eigenes Insulin, die Zellen haben sich offenbar in dem Organ angesiedelt."