Schweigend werden hingegen die ersten Prozentzahlen für Rheinland-Pfalz hingenommen. "Kein Wunder, Beck-Wahl", winkt einer ab. Im Konrad-Adenauer-Haus herrscht geschäftsmäßige Routine. So unspektakulär, wie die große Koalition aus Union und SPD im Bund bislang arbeitet, werden bei den Schwarzen auch die Ergebnisse der drei Landtagswahlen abgehakt.
Die Parteigänger halten sich lieber an Maultaschen, Spätzle und Frankfurter Würstchen; dazu einen leckeren Wein aus der Pfalz. Die Zahlenspiele der Demoskopen aus den drei Ländern werden nur nebenbei verfolgt, denn mit Überraschungen hatte hier ohnehin niemand gerechnet. Seit die Union wieder mit die Bundesregierung stellt, frotzelt einer, "ist das Büffet wenigstens besser geworden". Wahlresümees und Wahlpartys sehen eigentlich anders aus.
Generalsekretär Ronald Pofalla bekommt das zu spüren. Er hat ein Problem: Es fällt gar nicht auf, dass der General plötzlich auf die Bühne gekommen ist. Anders als sonst bei Wahlabenden klatscht diesmal niemand. Das Stimmengewirr in der Parteizentrale wabert stattdessen einfach weiter vor sich hin. Und das, obwohl Pofalla etwas Wichtiges mitzuteilen hat. Denn die Landtagswahlen galten ja auch als ein erster Stimmungstest für die neue Bundeskanzlerin Angela Merkel. Pofallas Fazit fällt so aus: Angela Merkels "erfolgreiche Arbeit" sei von den Wählern bestätigt worden, ruft er, ohne wirklich gehört zu werden. Diese Interpretation der Wahlergebnisse hört man an diesem Abend noch häufiger.
Zum Beispiel von CDU-Fraktionschef Volker Kauder, der sogar noch einen Schritt weitergeht: Nehme man die Summe der drei Ergebnisse, rechnet der Fraktionsvorsitzende im Bundestag vor, handele es sich vor allem um einen erfolgreichen Abend für die Union. Anders als bei der großen Koalition in den 60er-Jahren, blickt General Pofalla noch zurück, seien die politischen Ränder links und rechts nicht erstarkt.
Wird jetzt "durchregiert", wie Merkel vor der Bundestagswahl im letzten Jahr einmal angekündigt hatte“ "Es ist bereits losgegangen", erklärt Pofalla. Kein Wort sagt er allerdings zu den überaus geringen Wahlbeteiligungen, geschweige denn dazu, ob vielleicht die große Kuschel-Koalition in Berlin mit dafür verantwortlich sein könnte, dass immer weniger Bürgerinnen und Bürger den Weg zu den Wahlurnen finden.