"Viele unserer Mitglieder engagieren sich vor Ort in den Gemeindevertretungen", sagt Engelmann. "Wenn dort nun ein Windrad aufgestellt werden soll, und die Landesregierung dafür ist - wie sollen wir dann abstimmen?" Die ersten Forstleute seien mittlerweile dabei, sich aus ihren Ehrenämtern zurückzuziehen. "Es ist bizarr, wenn wir aufgefordert werden, nur im Sinne des Landes zu handeln - und sich der Ministerpräsident parallel hinstellt, und sagt, dass das Land ohne das Ehrenamt stirbt."

Empört zeigte sich auch CDU-Umweltpolitiker Dieter Dombrowski. "Im 25. Jahr der Wiedervereinigung ist die Beschneidung der Privatsphäre durch das Brandenburger Forstministerium ein ungeheuerlicher Vorgang", sagte der Abgeordnete, der auch Landtags-Vizepräsident ist. "Sollten die Informationen den Tatsachen entsprechen, halte ich das Vorgehen des Ministeriums für rechtswidrig." Brandenburg habe hervorragende Landesbedienstete. "Wenn sich diese ehrenamtlich engagieren, sollte die Regierung dankbar sein, anstatt Verhaltensvorschriften zu erlassen", so Dombrowski. "Statt den Forstbediensteten einen Maulkorb zu verpassen, sollte sich die Fachabteilung besser um die nach wie vor bestehenden Herausforderungen der Forstreform und eine nachhaltige Personalplanung bemühen."

Dagegen erklärte Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade, dass das Schreiben nicht durch die Hausleitung, also von Minister Vogelsänger oder Staatssekretärin Carolin Schilde, veranlasst worden sei. "Das Ministerium unterstützt das ehrenamtliche Engagement seiner Mitarbeiter, bei uns arbeiten ja auch viele ehrenamtliche Bürgermeister", so Schade. Man lege aber Wert darauf, dass Mitarbeiter ihre unterschiedlichen Hüte voneinander trennen könnten. "Wir erleben immer wieder, dass etwa Naturpark-Mitarbeiter so auftreten wie der Naturschutzbund, in dem sie ehrenamtlich engagiert sind." Zwischen Ehrenamt und dienstlicher Funktion müsse es eine Trennung geben, ein Dienstzimmer dürfe nicht mit dem Vereinsbüro verwechselt werden. Dennoch solle das Schreiben "präzisiert" werden.