"Solche Schreiben muss man nicht verfassen." Das Ministerium hatte, wie berichtet, ein Schreiben an alle Forstbeamten und Angestellten des Landesbetriebs Forst Brandenburg verschickt, das vorschreibt, auch bei ehrenamtlichen Tätigkeiten in ihrer Freizeit Weisungen der Landesregierung umzusetzen und ihnen untersagt, gegen Vertreter der Landesregierung abzustimmen. Der Text enthielt sogar einen Verweis auf die Gewerkschaft der Forstbeamten, den Bund Deutscher Forstleute.

In einem zweiten Schreiben bemühte sich das Haus von Minister Jörg Vogelsänger (SPD) um Klarstellung, machte aber erneut deutlich, dass die "Pflichten des Arbeitnehmers auch nicht bei Mandatsträgerschaften oder dem Ehrenamt endeten." Die Gewerkschaft bezeichnete das als Eingriff in die vom Grundgesetz gewährte Koalitionsfreiheit. Während SPD-Fraktionschef Klaus Ness daran erinnerte, dass es in der Vergangenheit Fälle gegeben habe, wo Beamte gegen ihre Pflichten verstoßen hätten, nannte es Grünen-Fraktionschef Axel Vogel "nicht angemessen, dass bezogen auf eine Gewerkschaft auch nur die geringste Einschränkung verfügt wird". Er vermute, dass es sich um ein Einschüchterungsmanöver vor der geplanten Forstreform handele. "Die Gewerkschaft hat ja sehr deutlich gemacht, dass sie gegen die Übertragungen von Aufgaben des Landesforstes auf andere ist."

Ähnlich äußerte sich auch der CDU-Vorsitzende Ingo Senftleben: "Der Vorwurf der Rechtswidrigkeit steht auch nach dem zweiten Schreiben aus dem Forstministerium noch im Raum." Es stelle sich die Frage, "ob versucht werde, potenzielle Kritiker der anstehenden Funktionalreform von höchster Stelle einzuschüchtern". Die Loyalitätspflichten von Landesbediensteten gegenüber ihrem Dienstherrn seien klar definiert, hätten aber auch Grenzen. "Die im Grundgesetz formulierten Grundrechte können nicht außer Kraft gesetzt werden."