"Es läuft wieder so wie zu Zeiten des Maulkorberlasses", sagt der Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Forstleute (BDF), Jan Engelmann. "Wir haben quasi den Maulkorb 2.0." Selbst Fachargumente aus den Reihen der Forstverwaltung würden im Ministerium nicht weitergegeben.

Nach RUNDSCHAU-Informationen haben die Beschäftigten des Landesbetriebs mittlerweile zahlreiche Kritikpunkte an der geplanten Reform gesammelt. Doch während es etwa zwischen den Mitarbeitern der Forstverwaltung und den Brandenburger Linken in der vergangenen Woche Gespräche gab, würden die Mitarbeiter im eigenen Haus nicht gehört. "Es wird geblockt", sagt Engelmann. "Nach außen darf über dieses Thema nicht gesprochen werden." Es klinge wie Hohn, wenn der Minister "ständig von seinen Förstern und seinen Bauern" spreche.

Im Sommer hatte ein interner Maulkorberlass des Landwirtschaftsministers für Aufsehen gesorgt. Darin war den Forstbediensteten sogar vorgeschrieben worden, bei Abstimmungen in Jagdgenossenschaften nie anders abzustimmen als der Vertreter des Ministeriums. Erst nach öffentlichem Druck hatte Vogelsänger den Erlass zurückgezogen.

Mittlerweile liegt ein Gutachten des Parlamentarischen Beratungsdienstes des Potsdamer Landtags vor, in dem betont wird, dass Mitgliedschaften in Jagdgenossenschaften oder in Waldgemeinschaften über das Beamtenrecht nicht regelbar seien. Ergo war der Maulkorberlass rechtswidrig.