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Matheschüler dürfen nachsitzen

Potsdam. Nach der Panne bei der Abi-Prüfung im Fach Mathematik dürfen 6000 Brandenburger Schüler auf eine Wiederholungsarbeit hoffen. Das hat das Bildungsministerium am Feitag in Potsdam entschieden. Daniel Friedrich und Daniel Steiger

Auch Schüler, Lehrer und Schulleiter aus der Lausitz hatten kritisiert, dass sie in den schriftlichen Prüfungen am 3. Mai Aufgaben zu Themen lösen sollten, die nicht im Unterricht behandelt wurden. Dabei ging es um natürliche Logarithmusfunktionen. Daraufhin hatte das Ministerium 170 weiterführende Schulen um Stellungnahme gebeten. Von 137 befragten Einrichtungen gaben 114 an, den Stoff behandelt zu haben, 23 hatten es nicht.

Alle Brandenburger Schulen erhalten kommende Woche ein Informationsschreiben und ein Formblatt, mit dem sich interessierte Schüler zum neuen Prüfungstermin am 12. Juni anmelden können. Letztlich entscheidet der Prüfungsausschuss der Schulen über die Zulassung.

Das Brandenburger Bildungsministerium will das Angebot nicht als Schuldeingeständnis verstanden wissen: "Das ist eine Chance für die Schüler, ihr Wissen nochmal unter Beweis zu stellen. Keinesfalls wollen wir, dass sie einen Nachteil haben", so Ministeriumssprecher Ralph Kotsch. Er wolle keine Vorverurteilungen treffen, warum einige Schulen offenbar nicht den entsprechenden Unterrichtsstoff vermittelt haben. "Wir werden in den nächsten Wochen prüfen, wo der Fehler liegt und wie das passieren konnte."

Der Landesschülerrat Brandenburg lobt die Entscheidung als "Schritt in die richtige Richtung."

mit dpa