| 02:33 Uhr

Materie in seltsamen Zuständen

Die Nobelpreis-Medaille.
Die Nobelpreis-Medaille. FOTO: Lovisa Engblom/The Nobel Foundation
Stockholm. Für die Beschreibung exotischer Materiezustände erhalten die gebürtigen Briten David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz den diesjährigen Nobelpreis für Physik. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit. dpa/roe

"Die Geehrten haben eine Tür zu einer unbekannten Welt geöffnet, in der Materie seltsame Zustände annehmen kann", hieß es zur Begründung.

Praktische Relevanz könnten die Arbeiten für Quantencomputer und neue Materialien haben. Die höchste Auszeichnung für Physiker ist mit umgerechnet etwa 830 000 Euro (acht Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Eine Hälfte erhält Thouless (82), die andere geht an Haldane (65) und den 1942 geborenen Kosterlitz. Alle drei Wissenschaftler forschen in den USA. "Sie haben schöne Mathematik und profunde Einblicke in die Physik kombiniert und damit unerwartete Ergebnisse erzielt, die durch Experimente bestätigt wurden", sagte Nobeljuror Thors Hans Hansson. Die drei bekanntesten Zustände von Materie sind fest, flüssig und gasförmig.

Bei extrem niedrigen Temperaturen können weitere Zustände auftreten. Ein Feststoff kann zum Supraleiter werden, also Elektronen widerstandsfrei passieren lassen. Thouless, Haldane und Kosterlitz konnten in den 1970er- und 1980er-Jahren anhand topologischer Konzepte unter anderem erklären, wie und warum extrem dünne Materialschichten von einem Zustand in den anderen wechseln. Das schuf die Basis für ein neues Kapitel der Festkörperphysik.