W enn es warm wird und die Bäume ausschlagen, ist es Zeit für die erste Fahrradtour des Jahres. Wer im Frühling auf den Sattel steigt, sollte aber nicht unbedarft losradeln. Geht das Rad kaputt oder seinem Fahrer die Puste aus, ist Frust programmiert. Gute Vorbereitung verhindert das.

Unverz ichtbar nach dem Winter: Das Rad muss auf Fahrtauglichkeit überprüft werden. "Gerade zu Beginn der Saison ist eine Inspektion wichtig", sagt Siegfried Neuberger vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) in Bad Soden. "Vor einer längeren Tour würde ich das Rad komplett durchchecken." Absolut kritisch ist die Bremse: "Die muss einwandfrei funktionieren", betont Neuberger. Die Bremsbacken dürfen nicht zu abgefahren sein, die Bremszüge nicht verschlissen. Hakt die Schaltung, mache die Radtour auch keinen großen Spaß mehr. Abgenutzte Zahnräder sollten deshalb gewechselt werden. "Am besten alle Gänge einmal durchschalten", rät der ZIV-Geschäftsführer. Die Kette sollte gereinigt und vor allem gut geölt sein, damit sie nicht schwergängig läuft. Bei den Reifen zählt der Luftdruck. "Man sollte den Reifen nicht mit dem Daumen eindrücken können. Dann wird der Rollwiderstand geringer und das Fahren angenehmer." Ins Gepäck gehören Neuberger zufolge ein Ersatzschlauch für den Reifen, eine Luftpumpe, ein Schloss und ein kleiner Werkzeugsatz. Die Packtasche am Gepäckträger darf nicht zu voll sein, schwere Sachen gehören nach unten .

Tabu beim Frühjahrsputz ist ein Hochdruckreiniger. Durch den harten Wasserstrahl könnten Schmutz und Partikel in die Kugellager gepresst werden, warnt Rainer Hauck vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Dies beeinträchtige den reibungslosen Lauf der Lager.

Bei der Bekleidung empfiehlt sich das Zwiebelprinzip, sagt Wolfgang Richter vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Bremen. Radler ziehen also am besten mehrere dünne Sachen übereinander, sodass sie schnell etwas ausziehen können, wenn sie ins Schwitzen geraten.

Für die Planung der Tour gilt: "Keiner der Mitfahrer darf sich überfordert fühlen", sagt Richter. "Lieber bescheiden anfangen und am Anfang kürzere Etappen von 30 oder 40 Kilometern fahren." Mit besserer Kondition könnten es später in der Saison auch 60 bis 80 Kilometer am Tag sein. Eine Tagestour sollte nach Möglichkeit früh starten, sagt der ADFC-Tourismusreferent. Infos über Wetter, Windrichtung und schwierige Teilstrecken sind wichtig. Wer länger als einen Tag unterwegs ist, braucht zusätzlich ein Quartier. "Kleine Gruppen oder Ehepaare müssen nicht unbedingt reservieren", sagt Richter.

Für die genaue Streckenplanung nahezu unverzichtbar ist eine gute Karte. "Die meisten Leute fahren nach wie vor mit einer konventionellen Faltkarte", sagt Thomas Froitzheim von Naviso Outdoornavigation. "Viele bereiten sich aber schon sehr sorgfältig vor. Da kommen die neuen Medien mehr und mehr ins Spiel", erklärt der Experte, der den ADFC in verschiedenen Gremien vertritt. Gerade die Generation 50 plus sei sehr interessiert an GPS-Navigation .

Information zum Saisonstart für Radfahrer und alle Touren aus der Rundschau-Serie

"Auf zwei Rädern durch

die Lausitz" unter www.lr-online.de/radwandern

Zum Thema:
Neben konventionellen GPS-Geräten gibt es etwa seit einem Jahr auch Navigationsgeräte für Radfahrer, die Autonavis nahe kommen, wie Thomas Froitzheim von Naviso Froitzheim erläutert. Sie berechnen die Strecke flexibel von unterwegs aus durch automatisches Routing. Nach Ansicht des Navigationsexperten ist die Streckenführung solcher Komfortnavis durchaus gut und führe sicher ans Ziel. "Man muss sich nur auf Überraschungen einstellen." Zum Beispiel werden schöne Wegabschnitte womöglich abgeschnitten. "Die eigene Planung ist immer noch die beste."