Mit bisher 45 Fällen liege die Bilanz weit über dem Maß der vergangenen Jahre. Von 2006 bis 2011 gab es je zwischen einem und vier Patienten mit der Infektionskrankheit, 2012 war gar kein Fall gemeldet worden. "Das ist auch eine Folge der Impfmüdigkeit", sagte der Sprecher. Nur bis zu den Dreijährigen sei die Bevölkerung im Freistaat gut, darüber hinaus aber schlecht immunisiert.

Die Ausrottung der Masern wird national und international seit Jahren angestrebt. Nach Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation ist das nur mit Impfungsraten über 95 Prozent bei der Zweifachimpfung zu erreichen. "Sie ist der beste Schutz nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für Andere", sagte der Ministeriumssprecher.

Sächsische Impfkommission und Ministerium raten allen nach 1958 Geborenen zur Immunisierung, die noch keine Masern hatten. Bei Komplikationen wie Gehirn-, Hirnhaut-, Herzmuskel- oder Leberentzündung kann die durch Tröpfcheninfektion übertragene Krankheit auch tödlich verlaufen, warnte der Ministeriumssprecher. Aber es gebe nicht nur Menschen, die die Auffrischung vergessen, sondern auch Eltern, die ihre Kinder aus Überzeugung nicht impfen lassen, weil sie eine Infektion für die beste Immunisierung halten. "Das ist hochgradig gefährlich."