Er enthält einen Verzicht auf das zuletzt stark umstrittene, von der Initiative geforderte Klagerecht für Tierschutzverbände. Dagegen soll es künftig einen hauptamtlichen Tierschutzbeauftragten geben. Schweinemastanlagen mit mehr als 10 000 Mastplätzen sollen innerhalb der nächsten sieben Jahre mit Filteranlagen ausgerüstet werden, um zu verhindern, dass übermäßig Schadstoffe in die Umwelt gelangen. Die Förderung neuer Anlagen für Schweinemast und Geflügelhaltung soll künftig auf 600 000 Euro begrenzt werden. Zudem soll ein Landestierschutzplan geschaffen werden, der Maßnahmen etwa zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes und zum Aufbau von Demonstrationsbetrieben enthalten soll. Spätestens 2019 sollen in Brandenburg auch keine Schnäbel mehr beschnitten und keine Schwänze mehr gekürzt werden.

"Ich freue mich, dass diese Kuh nun vom Eis ist", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Mike Bischoff. "Wir haben uns darauf verständigt, dass keine Investitionen in die Tierhaltung in Brandenburg verhindert werden."

Auch die Sprecher des Volksbegehrens äußerten sich positiv: "Wer keine Kompromisse machen kann, ist für die Demokratie nicht zu gebrauchen", sagte Michael Wimmer von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg. Der Verzicht auf das Verbandsklagerecht sei eine bittere Pille gewesen, die man schlucken musste. Dagegen kritisierten Bauernvertreter den Kompromiss mit teils deutlichen Worten. Von einem "faulen Kompromiss" sprach das Vorstandsmitglied des mittelständischen Bauernbunds, Reinhard Benke. Der Präsident des Landesbauernverbands, Henrik Wendorff, erklärte, durch das Kompromisspapier werde der Weg in eine moderne, zukunftsfähige Landwirtschaft verbaut.