Strafkammer des Landgerichts Leipzig verurteilte den 26-Jährigen am Dienstag wegen schwerer Körperverletzung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Vater im Mai vergangenen Jahres in mindestens zwei Fällen seinen Sohn so schwer auf den Kopf schlug, dass Jonas lebensgefährlich verletzt wurde. Die Anklage hatte acht Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung hatte auf höchstens vier Jahre plädiert. In sich zusammengesunken, den Kopf tief gesenkt - so saß der junge Vater auf der Anklagebank. Er verfolgte den letzten Verhandlungstag im Prozess um das Martyrium seines Sohnes nahezu regungslos. Nicht einmal hob er den Kopf. Erneut hörte er, was er seinem erst wenige Wochen alten Sohn angetan hatte, als er allein mit ihm war. Die Mutter des Kindes, dem die Medien den Namen Jonas gegeben hatten, musste nur wenige Wochen nach der Geburt des Babys eine Haftstrafe wegen Schwarzfahrens antreten. Vor der Urteilsverkündung entschuldigte sich der Vater tränenüberströmt bei seinem Sohn. "Ich werde das nie wieder gutmachen können", brachte er mühsam hervor. Der 26-Jährige hatte gestanden, seinen Jungen mit großer Wucht auf den Kopf geschlagen zu haben - das Baby wollte nicht aufhören zu schreien. Der Vater brachte seinen Sohn schließlich ins Krankenhaus. Nach den Aussagen seiner Ärzte wird Jonas sein Leben lang ein Pflegefall sein: Seine linke Gehirnhälfte ist abgestorben. Er ist rechtsseitig gelähmt und leidet an Epilepsie. Vermutlich wird er erblinden und geistig behindert sein. Der Vater hatte einen Alkoholentzug hinter sich. Die drogensüchtige Mutter nahm an einem Substitutionsprogramm teil. Jonas litt vermutlich trotz Behandlung im Krankenhaus noch an Entziehungserscheinungen und schrie deshalb ständig. Das Angebot des Jugendamtes, wegen der Abwesenheit der Mutter mit Jonas in ein Mutter-Kind-Heim zu gehen, hatte der Mann ausgeschlagen. dpa/ta