Die SPD-Landtagsabgeordnete war zunächst in Cottbus und dann auch von ihrer Landespartei in Potsdam sehr nachdrücklich gebeten worden, zu kandidieren, obwohl sie mehrfach erklärte, das könne ein anderer doch viel besser und der heiße Frank Szymanski.
Aber wenn man ihr sagt, sie müsse jetzt und unbedingt, dann ist sie eben doch die pflichtbewusste Frau, die noch nicht gelernt hat, dass in der Politik die anderen zumeist zuerst an sich selbst und erst in zweiter Linie an die gemeinsame Sache denken. Dass Münch jetzt allerdings ganz froh ist, nicht länger um ein Amt kämpfen zu müssen, das sie nie anstrebte, sieht man ihr an. Wie befreit wirkte sie nach jener Fraktionssitzung, in der sie offiziell als Kandidatin abgelöst wurde.
Offen bleibt jetzt, was aus der Politikerin wird, die bundesweit inzwischen einen Bekanntheitsgrad erreicht hat, von dem die allermeisten Brandenburger Sozialdemokraten nur träumen können. Dass dies nicht ausschließlich an ihrer Kinderzahl liegt, hat auch Parteichef Matthias Platzeck längst erkannt. Deswegen auch wünschte er sie sich als stellvertretende Landesvorsitzende und bestärkte sie darin, sich als OB-Kandidatin zur Verfügung zu stellen.
Es ist sicher auch kein Zufall, dass gerade die Cottbuser PDS in ihr eine gefährliche politische Gegnerin sieht, der man notfalls auch durch die Unterstützung eines CDU-Kandidaten begegnet. Denn Münch hat sich genau auf den Feldern profiliert, auf denen die PDS andernorts zumeist einen Monopolanspruch hat. Sie war die treibende Kraft bei den landesweiten Bündnissen gegen rechtsradikale Gewalttäter.
Münch hat mehrfach erklärt, dass ihre Wunschvorstellung für die weitere politische Karriere in einem Bundestagsmandat liegt. Das haben ihr die SPD-Parteifreunde zweimal verweigert. Ob es irgendwann dafür einen dritten Anlauf gibt, weiß derzeit keiner. Aber dass sie früher oder später wieder gerufen wird, das weiß jeder.