Du drängelst nicht nach vorne, machst aber zu Hause in Deinem Winkel Dein Ding.

Du hast einen Bindestrich, das ist schon mal gut. Viele dynamische und erfolgreiche Projekte haben einen Bindestrich, leider fällt uns gerade keins ein, höchstens Rechenberg und Bienenmühle. Du hast Mini-Flughäfen, die immer noch durchhalten, obwohl sie nichts einbringen.

Du hast den Harz, wo noch echte Bäume stehen und echte Hexen reiten. Du hast Fachwerkstädte, die sind so klein und schief, man möchte sie knuddeln. Und Du hast bald Landtagswahl. Das ist nun was, was wir Sachsen nicht gern hätten. Unsere CDU-SPD-Koalition schlägt drei Kreuze, dass sie in diesen rauen Zeiten nicht wahlkämpfen muss. Aber Euer Chef, der Reiner Haseloff (CDU), ist total entspannt. Alle springen wegen der Flüchtlinge im Kreis, aber Sachsen-Anhalts Regierungschef streichelt Hortensien auf der Bundesgartenschau ("Die schönsten Kugeln der Welt!") und füllt Pralinen im neuen Argenta-Werk ("Lecker!"). Weil aber ein MP mit Duschhaube am Schokoladenfließband nicht unbedingt Dynamik ausstrahlt, ging Haseloff neulich mit Schmackes nach vorn. 12 000 Flüchtlinge, das reiche für ein Ländchen wie seins, das warf er ganz lässig in die Asyldebatte.

Schlagartig gingen alle Scheinwerfer auf ihn drauf. Und er stand da am Schokofließband im Kittel mit der Nougatspritztüte und freute sich wie einer, der endlich wieder Wahlkampf machen kann.