Am frühen Sonntagmorgen war ein 26-Jähriger in das Krankenhaus Luckau (Dahme-Spreewald) gebracht worden, den ein Schuss aus einem Luftdruckgewehr am Kopf verletzt hatte. Das bestätigte auf Nachfrage die Polizeidirektion Cottbus am Mittwoch.

Als Tatort machten die Beamten ein Privatgrundstück in der Umgebung aus, auf dem drei junge Männer, darunter der Verletzte, gefeiert hatten. Gegen die beiden Unverletzten wird jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Die Ermittler gehen bisher davon aus, dass alle drei Männer erheblich alkoholisiert waren und dann ein Szenario wie beim Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell aufbauten. Der hatte einen Apfel vom Kopf seines Sohnes schießen müssen. Bei der aus dem Ruder gelaufenen Gartenparty soll statt des Apfels eine Bierdose oder Flasche auf den Kopf des später verletzten Mannes gestellt worden sein, um sie mit dem Luftgewehr herunterzuschießen.

Einer der beiden nach Polizeiangaben als Schütze infrage kommenden Männer hatte sich am Mittwoch bei der RUNDSCHAU über die Beamten beschwert. Sein Freund habe sich selbst mit dem Luftgewehr verletzt, erzählt er. Er selbst sei in dem Moment nicht anwesend, sondern im Haus gewesen.

Ein Spezialkommando der Polizei sei später dort mit Maschinenpistolen in der Hand hineingestürmt und habe auch seine Eltern geweckt, aus seiner Sicht ein vollkommen überzogener Einsatz. Wütend ist er auch auf das Personal der Notaufnahme, die angesichts einer Schussverletzung die Polizei verständigt hatten. Die versichert, dass gar kein Spezialkommando an dem Einsatz beteiligt war. Der junge Mann, der sich über Polizei und Krankenhaus beklagt, hat inzwischen offenbar begriffen, dass er ein Problem hat. Er hat sich einen Anwalt genommen.