Mit einem auffälligen Anstieg teils kostenträchtiger Diagnosen haben 59 von insgesamt 134 gesetzlichen Krankenkassen offizielle Prüfer auf den Plan gerufen. Darauf wies das Bundesversicherungsamt (BVA) den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung in einem Schreiben hin.

Hintergrund ist, dass Kassen für Patienten mit bestimmten Krankheiten mehr Geld bekommen. "Die Mehrzahl der Auffälligkeiten treten bei BKKen auf, unter den auffälligen Kassen sind aber ebenfalls eine IKK, eine AOK und eine Ersatzkasse", heißt es in dem BVA-Schreiben.

Das BVA und der Kassenverband bemühen sich jetzt, den Manipulationsverdacht zu zerstreuen: "Bei den Auffälligkeitsprüfungen geht es um die Feststellung statistischer Auffälligkeiten. Konkreter Manipulationsverdacht besteht nicht."

In einem Fall etwa gab es laut BVA bei einer kleineren Betriebskrankenkasse einen Anstieg von Herzinfarkten von fünf auf 19 Fälle. Eine Ersatzkasse verzeichnete eine Vermehrung von Hautgeschwüren bei ihren Versicherten um mehr als 30 Prozent (im Bundesdurchschnitt stieg das Krankenbild um 1,5 Prozent).

Die Bundesregierung reagierte gelassen. "Das ist ein Routineverfahren", sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Habe es Fehler gegeben, müssten die betroffenen Kassen Geld zurückzahlen und hätten eine Strafe zu schult ern.