Die Neuregelung könne aber nicht vor 2011 in Kraft treten, wenn die Umstellung auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge erfolgt sei. Eine Verkürzung des Referendariats war bereits in der Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD festlegt worden.
Hintergrund für den Einschnitt ist der Mangel an Referendarstellen für den Lehrernachwuchs. Laut Kultusministerium kommen dieses Jahr an Grundschulen 259 Bewerber auf 67 Plätze, an Gymnasien konkurrieren sogar 426 Studenten um ebenfalls 67 Stellen (die RUNDSCHAU berichtete). Insgesamt kamen diesen Sommer auf 285 freie Stellen rund 900 Bewerbungen, so Israel. 325 stammten allerdings aus anderen Bundesländern.
Das Referendariat ist Grundvoraussetzung für die Lehrer-Laufbahn. Erst nach dieser Zeit können die Studenten ihr zweites Staatsexamen ablegen und in den Schuldienst eintreten. Problematisch sei, dass die Mehrzahl der Studenten trotz der Stellenknappheit weiter die Studienrichtung "Lehramt am Gymnasium" wähle. Im Wintersemester 2005/06 studierten in Sachsen 4661 junge Leute in diesem Bereich - das waren rund 57 Prozent aller 8200 Lehramtsstudenten im Freistaat Sachsen.
Diskutiert wurden daher gestern auch Zulassungsbeschränkungen durch einen Numerus Clausus für "Lehramt an Gymnasium” oder Zulassungsprüfungen. Zudem könnten Studienanfänger auf die Prognosen für den Lehrerbedarf hingewiesen werden. Die Entscheidung liege aber in der Hand der Universitäten.
Die Grünen fordern indes von Kultusminister Steffen Flath (CDU) ein Personalentwicklungskonzept. "Es ist unglaublich, dass nicht einmal ein Drittel aller Bewerber in Sachsen einen Referendariatsplatz bekommt, wenn gleichzeitig eine chronische Unterversorgung beim Unterricht herrscht”, kritisiert Bildungspolitikerin Astrid Günther-Schmidt. "Die Hiobsbotschaften aus dem Hause Flath nehmen einfach kein Ende."
Das Kultusministerium verwies indes darauf, dass die Zahl der Lehrer-Ausbildungsstellen dieses und nächstes Jahr bei rund 800 konstant bleibe. Das seien sogar 100 Plätze mehr als noch im Schuljahr 2004/05.