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Manfred Krug war Anwalt, Baubrigadier und Kommissar

Der Schauspieler Manfred Krug am 5.2.1997 während Dreharbeiten zur ARD-Serie "Liebling Kreuzberg" in der Rolle des Anwalts Robert Liebling.
Der Schauspieler Manfred Krug am 5.2.1997 während Dreharbeiten zur ARD-Serie "Liebling Kreuzberg" in der Rolle des Anwalts Robert Liebling. FOTO: dpa
Berlin. Manfred Krug ist tot – nach einem bewegten Leben in Ost und West. Er spielte viele bekannte Rollen, darunter den Hamburger "Tatort"-Kommissar Stoever. Wilfried Mommert

Er war "Tatort"-Kommissar, der Anwalt aus "Liebling Kreuzberg" und zu DDR-Zeiten ein Star der Defa-Filme: Manfred Krug ist tot. Er starb am vergangenen Freitag im Alter von 79 Jahren friedlich im Kreise seiner Familie in Berlin, teilte gestern sein Management mit. "Er wünschte sich eine Bestattung im engsten Familienkreis."

Zuletzt war es stiller geworden um den in Ost wie West erfolgreichen Schauspieler. Krug hatte sich anders als viele Schauspielerkollegen mit dem Rentenalter aus dem Geschäft zurückgezogen. Und er war zufrieden damit: "Ich habe nichts zu jammern", sagte Krug im April 2013, als er an der Seite seiner Frau Ottilie im Roten Rathaus in Berlin das Bundesverdienstkreuz bekam.

Manfred "Manne" Krug, optisch ein bisschen die deutsche Antwort auf den glatzköpfigen "Kojak". Er war nicht nur ein knorriger Schauspieler, sondern auch Autor und Musiker, ein Multitalent. Der gebürtige Duisburger kam als Kind mit seinem Vater 1949 in die gerade entstehende DDR. 1977 ging er nach seinem Protest gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann in den Westen, wo er seine Karriere fortsetzen konnte. Krug, der vier Kinder hinterlässt, hatte viel zu erzählen. In der DDR war er der "Tausendsassa der Defa-Filme", wo er in den Babelsberger Studios seit 1961 unter Vertrag stand. Da gab es auch mal den einen oder anderen "schrecklichen Film", wie er sich erinnert. Auch im Fernsehen seien es anfangs "oft klägliche agitatorische Ost-West-Stücke" gewesen, wie er in seinem "Bilderbuch" schreibt. "Aber ich wollte lernen, ich wollte spielen, ich wollte mich zeigen."

Er sei einer, der sich immer engagierte und den Mund nicht hielt - so lobte ihn einmal Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Wie vom Donner gerührt war der ansonsten eher unerschrockene Schauspieler, als die SED den 1965 gedrehten Frank-Beyer-Film "Spur der Steine" mit Krug als aufmüpfig-anarchistischem Baubrigadier verdammte. "Meine bis dahin schönste Rolle - futsch." Der Film habe "zwei Sorten Elend" in der DDR gezeigt, schrieb Krug in seinen "Bilderbuch"-Erinnerungen: "Die verheuchelte Parteimoral einerseits und die katastrophalen Arbeitsvoraussetzungen andererseits."

Das Fass zum Überlaufen brachte dann die Biermann-Ausbürgerung. An seine Übersiedlung in den Westen erinnerte sich Krug: "Ich hatte Angst, die größte Angst in meinem Leben. Nochmal von vorn anfangen? Aber kriech ich zu Kreuze, bin ich kaputt. Kriech ich nicht, machen sie mich kaputt."

Eine ausführliche Bilderstrecke

und ein Manfred-Krug-Interview

mit RUNDSCHAU-Redakteurin

Ida Kretzschmar von 2009 lesen

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