Charlton, der am heutigen Donnerstag 75 Jahre alt wird, war eine tragende Figur beim einzigen WM-Triumph der Three Lions in Wembley.

Englands Rekordtorjäger steht aber noch für viel mehr: Das Musterbeispiel eines Gentleman lebte Fairness wie kein Zweiter und personifizierte die Vereinstreue bei Manchester United wie in Deutschland wohl nur HSV-Ikone Uwe Seeler.

Der Junge aus Nordengland wurde bei einem Schulspiel von Manchester Uniteds Talentscout entdeckt. Und ManUnited sollte sein Schicksal werden. Dieses war eng verknüpft mit dem tragischen 6. Februar 1958. Als 20-Jähriger war er zusammen mit den anderen "Busby Babes", wie die Talent-Schar von Trainer-Legende Matt Busby genannt wurde, auf dem Heimflug aus Belgrad. Auf dem Flughafen München-Riem, wo man zum Auftanken zwischengelandet war, passierte die Katastrophe nach dem dritten Startversuch bei schneebedeckter Piste. Acht United-Spieler kamen ums Leben. Charlton wurde mit seinem Sitz aus dem Flugzeug geschleudert und überlebte.

"Der Absturz prägte mein Leben", sagte er später. Unter den Opfern war auch Duncan Edwards, der damals als Englands Jahrhunderttalent galt.

Nun übernahm Charlton dessen Rolle und wurde die prägende Figur der besten englischen Fußballjahre. Er war Regisseur und Angreifer zugleich, enorm schnell, beidfüßig und berüchtigt für seine gewaltigen Distanzschüsse. Nach Englands WM-Titel 1966 wurde er zu Europas Fußballer des Jahres gekürt. Busby hatte um ihn als Eckpfeiler das United-Team wieder aufgebaut und feierte 1968 beim 4:1 über Benfica in Wembley den ersten Europapokalsieg eines englischen Clubs. Mit 49 Treffern aus 106 Länderspielen ist Charlton noch immer der erfolgreichste Torschütze der Three Lions. Bis in die Gegenwart hält Charlton seinem Verein die Treue. 1984 wurde er einer der Direktoren.

Sir Bobby, den die Queen 1994 zum Ritter schlug, verkörpert auch heute noch den Würdenträ ger Fußball-Englands.