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Manchester-Attentäter war Teil eines Netzwerks

Menschen legen am 24.05.2017 in Manchester, Großbritannien, vor dem Rathaus am Albert Square Blumen in Gedenken an die Opfer eines Anschlags ab. Der verheerendste Terroranschlag in Großbritannien seit fast zwölf Jahren hat bei einem Popkonzert in Manchester mindestens 22 Menschen in den Tod gerissen.
Menschen legen am 24.05.2017 in Manchester, Großbritannien, vor dem Rathaus am Albert Square Blumen in Gedenken an die Opfer eines Anschlags ab. Der verheerendste Terroranschlag in Großbritannien seit fast zwölf Jahren hat bei einem Popkonzert in Manchester mindestens 22 Menschen in den Tod gerissen. FOTO: Peter Byrne (PA Wire)
Manchester. Die britische Polizei geht inzwischen eindeutig von einer Unterstützergruppe rund um den Attentäter von Manchester aus. „Ich glaube, es ist ganz klar, dass es sich um ein Netzwerk handelt, dem wir nachgehen“, sagte der Polizeichef von Manchester, Ian Hopkins, am Mittwoch. dpa

Zuvor hatten bereits die britische Premierministerin Theresa May und Innenministerin Amber Rudd Andeutungen in diese Richtung gemacht - allerdings nicht in dieser Deutlichkeit.

May hatte am Dienstagabend mit Blick auf die bisherigen Ermittlungen betont, dass eine größere Gruppe von Personen hinter der Tat in Manchester mit 22 Todesopfern stecken könnte. Diese Möglichkeit könne nicht ignoriert werden. Rudd sagte am Mittwochvormittag, es sei „wahrscheinlich“, dass der Attentäter nicht allein gehandelt habe.

Die Ermittler machen den 22 Jahre alten Salman Abedi für den Anschlag auf das Popkonzert der US-Sängerin Ariana Grande verantwortlich. Er war bei der Attacke gestorben. Seitdem hat die Polizei in Verbindung mit dem Attentat vier weitere Männer festgenommen. Details zu ihnen nannte Hopkins nicht, einer der Festgenommenen soll aber der Bruder des Attentäters sein. Großbritannien rief erstmals seit 2007 die höchste Terrorwarnstufe aus.

Abedi war vor dem Anschlag wahrscheinlich nach Syrien gereist und hatte Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat, wie Frankreichs Innenminister Gérard Collomb unter Berufung auf britische Ermittler sagte. Der IS hatte nach dem Anschlag behauptet, der Attentäter sei sein „Soldat“ gewesen.

Abedi hatte seine Opfer am Montagabend mit einem selbstgebauten Sprengsatz in den Tod gerissen. Dutzende wurden verletzt, unter den Toten sind viele Kinder und Jugendliche. Das bisher jüngste bekannte Todesopfer ist ein achtjähriges Mädchen. Am zweiten Tag nach dem Anschlag waren nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden noch 20 Menschen in kritischem Zustand. Deutsche sind nach Erkenntnissen der Bundesregierung nicht unter den Opfern.