Übergriffe in Wismar, in Dresden. Darf man in dieser Nachrichtenlage das Thema Kriminalität unter Flüchtlingen aufgreifen? Ja. Wer etwas gegen Gerüchte hat, braucht Fakten, wie diesen: 400 straffällige Asylbewerber beschäftigen derzeit Sachsens Polizei. 400 bei 30 000 Flüchtlingen.

Soweit die Zahlen. Aber man hört ja so Vieles. Wie die Frau mit dem Kinderwagen, die im Spätsommer in einer NPD-Demo mitlief, weil sie gehört hatte, dass Kinder vergewaltigt würden. Da war jüngst der niedersächsische AfD-Mann Uwe Wappler, der erzählte, ebenfalls in eine Kamera, von der Vergewaltigung einer Zwölfjährigen durch einen Asylbewerber. Nach zwei Reporterfragen stellte sich heraus, die Geschichte war erfunden. Wappler sieht auf dem Video ziemlich alt aus. Er ist es nicht gewohnt, dass jemand nach Fakten fragt. Er ist gewohnt, dass Horrorgeschichten ohne Namen, Ort und Zeit geglaubt werden. Schlimm genug. politik@lr-online.de

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