Immer wenn die Sehnsucht nach ihrer Geburtsstadt zu sehr aufs Gemüt drückt, setzt sich die Wahlberlinerin in ihren silberfarbenen Volvo und fährt nach Leipzig. "Heimat tanken" nennt sie das.
Eine echte Kaffeesächsin ist sie nicht. Doch sie sitzt trotzdem gern in Leipziger Kaffeehäusern. "Ich liebe den Duft von frisch gebrühtem Kaffee", schwärmt sie und trinkt Tee. Sie genießt ihn und die Leipziger City. Denn sie war ihr Spielplatz, damals in den Sechzigern. "Wir hatten das Glück, mitten in der Innenstadt zu wohnen", erinnert sie sich. Deshalb kennt sie alle Bummelmeilen und Gassen. Heute staunt sie, wie prachtvoll die Mädlerpassage, der Nasch markt oder das Barfußgässchen nach der Wende geworden sind. Im großflächigen Berlin fehlt ihr oft diese Über- und Beschaulichkeit. Manchmal erwischt sie sich bei Gedankenspielen, einfach wieder nach Leipzig zurück zu ziehen. "Aber so lange ich singe, liegt für mich Berlin einfach strategisch günstiger, weil ich viele Auftritte im Norden habe", sinniert sie. Mit Gesang verdient sie schon ein Leben lang ihre Brötchen "bzw. eher Kohlrouladen und Hühnchen, denn ich bin der herzhaft essende Typ", verrät die Sächsin lachend, die einst ein Schwergewicht in der DDR-Schlagerszene war.
Bereits nach der Geburt stellte der Leipziger Vollblutmusiker Alfred Fritsche die Weichen für eine Gesangskarriere seiner Tochter. "Als Orchestermusiker stand er oft mit Caterina Valente auf der Bühne. Er war begeistert von ihr. Deshalb wollte er mich auch so nennen", weiß Maja Catrin Fritsche. Aber ihre Mutter hatte schon Maja im Kopf. Und so einigten sich die Eltern schließlich auf die ungewöhnliche Namenskombination Maja Catrin. Mit zwölf Jahren trat sie in den Rundfunkkinderchor Leipzig ein, sang später in der Leipziger Band "Robbys". Nach dem Gesangsstudium in Weimar kam der ganz große Durchbruch. Ihre ersten Hits: "Doch da sprach das Mädchen", "Ein freundliches Wort" und die deutsche Coverversion vom Modern-Talking-Hit: "You're my heart, your're my soul". Dieter Bohlen erwähnte sie mit dem deu tschen Titel" "Ich bin stark nur mit dir" sogar in seinem ersten Buch.
Mitte der achtziger Jahre zog Maja Catrin Fritsche nach Berlin. Aus Liebe. Nach der Wende erlebte die bis dahin Erfolgsverwöhnte einen Tiefschlag nach dem anderen: Die Aufträge brachen weg. Ihre Mutter starb in Leipzig. Die Liebe zum Partner erlosch. Mit leeren Händen ging sie aus der kinderlosen Beziehung. Von Natur aus Optimistin, überwand sie die Krise. Das beste Hilfsmittel dabei: auf der Bühne stehen und singen. Während früher oft Hartmut Schulze-Gerlach alias Muck für sie die Lieder schrieb, begann sie nun, selbst zu texten, zum Beispiel ihren beziehungsreichen Schlager: "Mein Leben fängt heut' wieder an".
Einen zweiten Anfang hat sie beruflich gewagt und ist glücklich dabei. Ob es noch einmal privat einen neuen geben wird? Maja Catrin Fritsche hat es nach elfjährigem Singleleben aufgegeben, krampfhaft nach der großen Liebe zu suchen. "Vielleicht läuft sie mir ja mal zufällig bei einem Leipzigbummel ein liebenswürdiger Mann über den Weg", hofft sie.