Gallerts thüringischer Kollege Bodo Ramelow sprach sich für den sachsen-anhaltischen Landesvorsitzenden Matthias Höhn als neuen Bundesgeschäftsführer aus.

Am Wochenende hatte Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi seine Partei noch gemahnt: „Wir sind verpflichtet, unsere Selbstbeschäftigung ab Montag einzustellen.“ Genau an diesem Tag forderte Lederer in der „Mitteldeutschen Zeitung“ aus Halle: „Wir sollten den Parteitag vorziehen und den Vorstand vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein neu aufstellen.“ Die Partei könne sich keine monatelange Personaldiskussionen leisten.

„Entscheidend ist, dass die Parteiführung von einer möglichst breiten Mehrheit getragen wird“, sagte er. Gallert nannte eine Mitgliederbefragung über die Parteispitze eine interessante Idee. „Aber sie muss vom Bundesvorstand vorstrukturiert sein“, forderte er.

Ernst setzte angesichts dessen auf die heilsame Wirkung des neuen Grundsatzprogramms. Nach der Klärung inhaltlicher Fragen sei es wichtig, dass die Partei geschlossen auftrete. „Ich bin zuversichtlich, dass das auch gelingt“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. Er bleibe der gewählte Vorsitzende. „Ob ich wieder antrete, entscheide ich, wenn es soweit ist“, sagte er.

„Wer auch immer diese Partei führt, wird an das Programm gebunden sein, das wir nun in Erfurt beschlossen haben“, betonte Ernst. Die Zeit arbeite für die gerade beschlossenen Positionen der Linken, auch wenn vieles bewusst missverstanden werde.

Dagegen gewännen in der SPD diejenigen wieder an Macht und Einfluss, die für Sozialabbau, Rentenkürzungen und Kriegseinsätze stünden, sagte Parteichef Ernst.