Weil der Innenminister gegen den Willen von Bullerjahn für eine pauschale Verteilung der Gelder aus dem Konjunkturpaket II warb, platzte dem Finanzminister der Kragen. Er warf Hövelmann vor, in der Öffentlichkeit anders zu argumentieren als in internen Beratungen. Viele Beobachter sehen in dem Streit den Einstieg in das Rennen um die Spitzenkandidatur für 2011."Ich erwarte, dass alle Kollegen im Kabinett - bei allem Druck, den sie haben - nicht zulasten anderer Kollegen vergessen, was sie bisher gesagt haben", wetterte Bullerjahn. Der neue Vorstoß des Innenministers sei nicht hinnehmbar. Hövelmann entgegnete, er lasse sich keinen Maulkorb verpassen.Das war Ende voriger Woche - einen Tag vor dem SPD-Landesparteitag, auf dem plötzlich der Konflikt an der Parteispitze im Mittelpunkt stand. Danach hieß es, Bullerjahn und Hövelmann hätten kein Wort miteinander gesprochen. Am Dienstag waren die Kontrahenten schließlich um einen versöhnlichen Eindruck bemüht. Tragweite hat die Diskussion auch für die Position Hövelmanns als SPD-Chef. Denn sie schadet Hövelmanns Ambitionen auf die Spitzenkandidatur, für die Bullerjahn derzeit die besten Chancen eingeräumt werden. Der Magdeburger Politologe Wolfgang Rentzsch sieht in der Auseinandersetzung erst den Beginn eines längeren Machtkampfs. "Es geht darum, wer Spitzenkandidat für die Landtagswahl in zwei Jahren wird und darum, wohin sich die Partei inhaltlich entwickelt."