Die "Fürsten" von heute, die der brandenburgischen Landeshauptstadt wieder zu alter Schönheit verhelfen, sind Mäzene. Vermögende und dazu noch spendable Prominente, die zum Teil Millionenbeiträge spendieren, damit die große Vergangenheit wieder sichtbar wird. Auch dem ganz normalen Bürger mit kleiner Börse, aber nicht weniger Enthusiasmus liegt die mehr als 1000-jährige Stadt am Herzen: Vor allem dann, wenn die öffentlichen Kassen leer sind.Dem Software-Milliardär Hasso Plattner ist es zu verdanken, dass der Landtag 2013 in das wieder aufgebaute Stadtschloss am Alten Markt zieht. Zunächst war ein modernes Parlamentsgebäude geplant. Seine 20-Millionen-Euro-Spende für eine historische Fassade lenkte die Pläne um. "Ich denke, dass es ein großer Fehler gewesen wäre, das Stadtschloss nicht originalgetreu oder ziemlich originalgetreu wieder aufzubauen", betont Plattner. Er habe Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) Hilfe angeboten, weil er dachte, den Potsdamern fehle das Geld. Potsdams Stadtoberhaupt Jann Jakobs (SPD) ist der Überzeugung:. "Ohne Hilfe von Sponsoren würde die Stadt heute nicht dieses Bild bieten." Auch dem Neu-Potsdamer und beliebten Fernsehmoderator Günther Jauch hat die Stadt mittlerweile viel zu verdanken. Aber er äußert sich auch kritisch, wenn aus seiner Sicht mal was nicht so läuft. "Es ist schade, wenn historische Häuser verfallen", betont Jauch. "Manchmal etwas weniger Rücksicht auf ewig gestrige Neider und Blockierer - das wäre schon ein Fortschritt", appelliert Jauch, der sich der Stadt und ihrem einmaligen Reiz ganz besonders verbunden fühlt. Mit dem Einsatz für den Wiederaufbau des Fortunaportals des Stadtschlosses hatte er den Anstoß zur Wiederbelebung der alten Mitte gegeben. Der Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Ulrich Henze, wagt sich kaum auszumalen, wie es ohne Sponsoren wäre. "Die meisten Geldgeber wollen gar nicht öffentlich genannt werden", sagt er. Etwas Besonderes ist der Wiederaufbau der Ende der 1960er-Jahre von der DDR gesprengten Garnisonkirche, der Wiege des Preußentums. Spender können sich eine bleibende Erinnerung an dem Bauwerk schaffen und Ziegelpaten werden: Für zehn Euro gibt es einen handschriftlich signierten Stein. Ziegel für 100 Euro werden nach dem Wunsch der Geldgeber bedruckt und später sichtbar in die Wand des Treppenhauses der Garnisonkirche eingelassen.Die Initiatoren für den Potsdamer Stadtkanal, der Anfang der 1960er-Jahre zugeschüttet wurde, haben eine wahre Herkulesaufgabe vor sich. Rund 60 Millionen Euro für den etwa 1,9 Kilometer langen Graben mit Brücken wollen sie sammeln. Etwa 400 Meter sind gerade fertig. "Es fehlt an Geld", sagt Vereinsvorstand Siegfried Benn. Quasi als "Lohn" winke noblen Spendern die Verewigung des Namens in den Brückenpfosten. Oberbürgermeister Jakobs wirbt: "Es kann sich hier fast jeder ein persönliches Denkmal setzen."