Diese Bilanz zieht das Potsdamer Infrastrukturministerium unter Berufung auf die Organisation Dekra. Die Erfolgsquote sei in Ostdeutschland ohnehin niedriger als im Westen, sagt der Vorsitzende des Brandenburger Fahrlehrerverbandes, Bernhard Katritzki. Während im Schnitt 70 Prozent der jungen Frauen und Männer in Westdeutschland die theoretische Prüfung bestünden, seien es in den neuen Ländern rund 60 Prozent. Katritzki nennt mehrere Gründe für das Versagen: "Viele haben nicht richtig gelernt zu lernen." Darüber hinaus fehle einigen jungen Leuten die Motivation - dabei habe in einem Flächenland wie Brandenburg der Führerschein eine hohe Bedeutung. Bei manchen Fahrschülern herrsche zudem die Vorstellung: "Irgendwer wird mir schon den Führerschein geben." Immer wieder werde der Vorwurf laut, Fahrschulen böten nicht den besten Unterricht. Dies sei aber wissenschaftlich nicht belegt. Wer künftig im Straßenverkehr mitmischen will, muss tief in die Tasche greifen. Die Kosten für die Theoriestunden und den anschließenden Test, der mittlerweile am Computer abgelegt wird, schlagen Katritzki zufolge im Schnitt mit 100 bis 200 Euro zu Buche. Für praktische Fahrstunden müssten die Schüler oder deren Eltern jeweils 24 bis 32 Euro berappen. Am Ende lägen die Kosten bei deutlich mehr als 1000 Euro. Wiederholer müssen nach einer nicht bestandenen Prüfung meist noch einen Batzen drauflegen. Junge Brandenburger, die den "Führerschein mit 17" machen, haben nach Ministeriumsangaben mehr Erfolg: 2009 bestanden 9367 von ihnen die theoretische Prüfung; das waren 61,4 Prozent. Unter den regulären Prüflingen legten den Test 26 244 (54,9 Prozent) erfolgreich ab. Bei der praktischen Prüfung waren es 25 233 (60,9 Prozent) gegenüber 9388 (65,7) Teilnehmern am Projekt "Führerschein mit 17". Leticia Witte