Monatelang soll eine Mutter ihre eigene Tochter bei sich versteckt und sexuell missbraucht haben – am Dienstag, den 11. Dezember, beginnt um 13 Uhr in Cottbus der Prozess gegen die Frau. Neben der 52-Jährigen ist auch ihr damaliger Lebenspartner angeklagt, wie das Landgericht Cottbus ankündigte. Fahnder entdeckten im März die vermisste 13-Jährige in der Wohnung des Paares in der Gemeinde Groß Schacksdorf im Spree-Neiße-Kreis.

Im Oktober 2017 verschwand das Mädchen aus einer Wohngruppe in Cottbus. Von einem Arztbesuch soll es nicht mehr zurückgekommen sein. Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft hatte das Jugendamt die Obhut für das Mädchen. Es soll bereits mehrere Jahre in der Kindereinrichtung gelebt haben. Monatelang blieb die Vermisste unauffindbar. Die Polizei startete einen Zeugenaufruf und es gab Fahndungsplakate.

Die Vorwürfe gegen das angeklagte Paar: Das Mädchen soll in der Zeit ohne Kontaktmöglichkeit zu anderen Personen in der Wohnung der beiden gewesen sein. Mehrmals sollen Behörden Kontrollen gemacht haben. Das Paar soll das Mädchen versteckt und angegeben haben, den Aufenthaltsort des Kindes nicht zu kennen. Beide sollen das Mädchen sexuell missbraucht haben.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft lauten nach Gerichtsangaben auf schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes und Entziehung eines Minderjährigen. Der 47 Jahre alte Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft, wie das Gericht mitteilte. Die Mutter des Opfers war zunächst auch in Haft und dann unter strengen Auflagen auf freien Fuß gekommen. Zum Prozessauftakt sind nach Gerichtsangaben keine Zeugen geladen.

Cottbus/Groß Schacksdorf