Die Nationalität von drei Ausländern war der Liste der spanischen Regierung zufolge noch nicht geklärt.
Das Auswärtige Amt teilte mit, es gehe den Angaben von fünf getöteten Deutschen nach. Zuvor hatte das Ministerium von vier möglichen deutschen Opfern gesprochen. Nach Angaben des bayerischen Lan deskriminalamtes (LKA) handelt es sich dabei um eine Familie aus Pullach bei München. Polizeibeamte sicherten nach Angaben des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) im Haus der Familie DNA-Material zur Identifizierung. Die Familien-Angehörigen werden laut LKA psychologisch betreut.
Derweil wehrt sich die Fluggesellschaft Spanair gegen den Verdacht des fahrlässigen Handelns. "Alles, was wir mit dem Flugzeug getan haben, stand im Einklang mit den Regeln und Normen", sagte Spanair-Geschäftsführer Marcus Hedblom in Madrid. Um den genauen Hergang des Unglücks zu verstehen, müsse der Ausgang der Untersuchung abgewartet werden. Nach Angaben seines Stellvertreters Javier Mendoza meldete der Pilot vor dem Unglücksflug ein Überhitzungs-Problem an einem Luftschacht unterhalb des Cockpit-Fensters. Der Pilot sei zum Gate zurückgefahren. "Das Heizproblem wurde behoben und durch Techniker von Spanair korrigiert", sagte Mendoza. Es sei zulässig gewesen, dass das Flugzeug anschließend gestartet sei.
Nach Medienberichten startete das Flugzeug mit einem brennenden Triebwerk. Diese gerieten nur äußerst selten in Brand, sagte der Luftfahrt-Experte Chris Yates. Die Ursache für das Feuer sei deshalb "unweigerlich im Mittelpunkt vieler Spekulationen". Seinen Worten zufolge stehen die Ermittler vor einem "Rätsel, das viel Zeit in Anspruch nimmt, um es zu lösen".
Die Maschine mit 162 Passagieren und zehn Besatzungsmitgliedern an Bord war am Mittwochnachmittag über die Rollbahn hinausgeschossen und dann in Flammen aufgegangen. Nach Angaben von Alvarez flog die MD-82 etwa 50 Meter weit in einer Höhe von 200 Fuß und zerschellte dann. 19 Insassen überlebten das Unglück zum Teil schwer verletzt. Laut spanischer Regierung konnten bisher 59 Todesopfer über digitale Fingerabdrücke identifiziert werden. Die Identität der weiteren 94 Leichen solle nun über DNA-Tests geklärt werden. (AFP/ab)