Ein verheerender Waldbrand hat auf der zu Portugal gehörenden Atlantik-Insel Madeira die Hauptstadt Funchal erreicht. Mindestens drei Menschen seien ums Leben gekommen, zwei weitere seien schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht worden, ein Mensch werde vermisst, teilte die Regionalregierung am Mittwoch mit. Bei den Opfern handele es sich um Bewohner von zwei in einem Außenbezirk von Funchal niedergebrannten Häusern, hieß es.

Seit Beginn der Brände am Montag mussten nach Behördenangaben bereits mehr als tausend Menschen vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden. Darunter waren auch die Gäste verschiedener Hotels sowie die Patienten von zwei evakuierten Krankenhäusern. Der portugiesische Ministerpräsident António Costa und Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa wollten noch am Mittwochabend nach Madeira fliegen, um sich vor Ort ein Bild der komplizierten Lage zu machen.

Dutzende Häuser, Fabrikanlagen und auch das auf einem Hügel in einem Vorort Funchals gelegene traditionsreiche Hotel Choupana Hills seien vom Feuer zerstört worden, berichteten Medien. Zwei Hundertschaften der Feuerwehr bekämpften die Flammen. Mehr als 100 Einsatzkräfte aus der portugiesischen Hauptstadt Lissabon unterstützten die örtlichen Teams. Starke Winde, extreme Trockenheit und für Madeira sehr ungewöhnliche Temperaturen von 37 Grad Celsius erschwerten die Löscharbeiten.

Die Zeitung „Público“ schrieb in ihrer Onlineausgabe von einem „Inferno“. In Funchal herrschten seit Dienstagabend Panik und Chaos, hieß es. Der regionale Regierungschef Miguel de Albuquerque meinte, die Lage sei zwar schwierig, aber nicht katastrophal.

Auch auf dem portugiesischen Festland loderten am Mittwoch Dutzende Waldbrände. Nach Angaben des Zivilschutzes war vor allem der Norden des Landes betroffen.